Von radioaktiven Bananen, Mond-Take-over und Kernenergie: zdi.NRW im Gespräch mit MINT-fluencerin Katja Sterzik (@echonaut.science)

Instagram besteht nur aus Fashion, Food und Yoga? Falsch! Zwischen vielen bunten und durchaus hübschen Bildern verbergen sich Perlen des Wissenschaftsjournalismus, wie Katja Sterziks Kanal echonaut.science. Ob Erdkern, Weltraumteleskop oder Kernfusionsreaktoren, Katja erklärt komplexe Themen leicht verständlich. Und das mit Freude und so gut, dass sie auch von funk entdeckt wurde und nun beim populären Instagram-Kanal @maedelsabende für den „nerdy Content“ zuständig ist. Ein Grund mehr, dass wir uns freuen, sie nicht nur als zdi-Heldin bei uns zu haben, sondern auch als Jurorin für den Science Video Award 2019. Und Anlass genug für ein kurzes Interview.

Eine junge Frau mit einem Handy und einem Laptop.
Katja Sterzik betreibt den Instagram-Account @echonaut.science

Wann wurde der Grundstein für deine MINT-Begeisterung gelegt? Gab es in deinem Leben besondere Momente, die dich in deinem MINT-Interesse bestärkt haben?

Katja Sterzik: Ich war schon in der weiterführenden Schule in einer so genannten Fachprofilklasse, die früher und häufiger MINT-Fächer im Stundenplan stehen hatte. Das war spannend, hat aber auch gezeigt, dass in den Naturwissenschaften eher nicht meine Talente liegen, sondern im sprachlichen und kreativen Bereich. Trotzdem hat mich dieser frühe Kontakt natürlich sehr geprägt. So richtig zurück gefunden zu den Naturwissenschaften habe ich dann erst nach meiner Ausbildung, als ich gemerkt habe, dass ich Journalistin werden will. Ich war auf dem Weg in den Urlaub und hatte mir eine GeoKompakt gekauft – und sie quasi verschlungen! Unter einem Artikel habe ich dann die Berufsbezeichnung „Wissenschaftsjournalist“ gelesen und dachte: Sowas gibt’s? Dann habe ich den Bachelorstudiengang entdeckt und mir gedacht: Katja, dich interessiert das total. Egal, dass du (glaubst, dass du) es nicht kannst, schaffst du das schon. Ein Motivationsschub innerhalb meines Studiums war auf jeden Fall die Physikvorlesung bei Metin Tolan, der auch einen Kommunikatorpreis gewonnen hat. Da habe ich für mich auch nochmal gesehen, was es eigentlich bedeutet, Menschen mit guter Wissenschaftskommunikation zu begeistern. Ich hatte nämlich vor keinem Fach mehr Angst, also vor Physik, und letztendlich war es eine meiner Lieblingsvorlesung. 

Du wirst bald Teil der @maedelsabende, weißt du schon über welches Thema du dort auf jeden Fall sprechen willst?

Katja Sterzik: Meine erste Woche dreht sich ganz um das Thema „Zwillinge“. Dabei sprechen wir natürlich nicht nur über verschiedene Zwillingsarten oder darüber, was es heißt einen Zwilling zu haben, sondern auch über das Phänomen der Twin Strangers – also Doppelgänger, die nicht verwandt sind. Jede Presenterin hat ja auch ihr eigenes Profil. Meinem wurde zu meiner großen Freude auch gleich das Themenspektrum Wissenschaft bewusst zugeordnet. Wenn es die Community annimmt, darf ich also ein bisschen Wissenschaft in das Format bringen. Im Winter wird es dann eine Woche zum Thema Spenden geben. Allerdings geht es dabei nicht um Geldspenden, sondern darum, etwas von sich selbst zu Spenden: Organspende oder Blutspende. Die Woche ist aber thematisch noch nicht ganz ausgereift und befindet sich noch in der Planungsphase.

Sterziks Instagram-Kanal @echonaut.science.

Beim Science Video Award sitzt du in der Jury. Videoformate sind für die Wissenschaftskommunikation mittlerweile nicht mehr weg zu denken. Was macht für dich ein gutes Science-Video aus? 

Katja Sterzik: Ein gutes Science Video macht für mich die häufig recht abstrakte Wissenschaft sichtbar – und zwar in Form von Bildern. Am besten ist es, wenn der Zuschauer tatsächlich etwas zu sehen bekommt – und zwar mehr als nur einen redenden Kopf. Wenn es möglich ist, zeigt, worüber ihr sprecht. Das wichtigste ist aber, dass ihr euch für euer Thema begeistert und eure Begeisterung auf den Zuschauer übertragt. Dann kann das Thema noch so nerdy sein! Wenn man euch die Begeisterung anmerkt, wird das Video gut ankommen. 

Ein großer Vorteil des Wissenschaftsjournalismus auf Instagram ist der direkte Austausch mit der Community. Hast du Tipps für angehende MINT-Influencer*innen?

Katja Sterzik: Neues Wort für euch! MINT-fluencer*innen! 😀 Mein Tipp ist einfach: Legt los und denkt nicht zu viel nach! Das wichtigste ist, einfach erstmal anzufangen. Ich habe mich super lange daran aufgehalten zu überlegen: Wie könnte mein Logo aussehen? Welches Design möchte ich? Das sind alles Dinge, die einen Account aufwerten, aber wenn diese Überlegungen dazu führen, dass ihr die ganze Zeit rumplant anstatt einfach mal anzufangen, dann arbeiten diese Gedanken wieder gegen euch. Außerdem: Seid kreativ! Es gibt eigentlich keine Kochrezepte dafür, wie man Instagram zu machen hat. Die App wandelt sich so unglaublich schnell und gibt einem gleichzeitig so viele Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben und auszuprobieren! Traut euch einfach und macht was verrücktes! Dann seht ihr für euch, euren Account und für eure Community, was am besten funktioniert. 

Mehr Informationen zum Science Video Award finden Sie hier:
www.zdi-portal.de/science-video-award

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