Für die junge Berleburgerin Pia Schneider hat sich der Besuch des MINT-Kurses „Konstruktion einer Drehscheibenuhr“ im Jahr 2015 als wegweisend erwiesen. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden. Doch der MINT-Kurs im Bildungszentrum Wittgenstein hat sie schwer begeistert. Inzwischen ist sie kurz davor, eine Ausbildung zur technischen Systemplanerin abzuschließen.

„Beim Fertigungsprozess einer Uhr kommen vielseitige Arbeitsschritte zum Tragen, anhand derer sich Berufsfelder wie Produktionsdesign, Ingenieurwesen, Feinmechanik und Maschinenbau lebendig veranschaulichen lassen”, erklärt Gisela Tölle vom Bildungszentrum Wittgenstein die Idee des Kurses. Und: „Eine Uhr ist auch immer etwas Schönes, um es anschließend mit nach Hause zu nehmen“, ergänzt sie.
Wie kam es zu der Entscheidung von Pia Schneider?
„Wir haben während des Kurses viele interessante Details über technische Berufe, Metallverarbeitung und Projektplanung gelernt“, erinnert sich Pia Schneider. Von da an war ihr Interesse für das technische Handwerk geweckt. Ihre Entscheidung für eine ihrer Meinung nach „handfeste Ausbildung mit einem sicheren Berufsprofil“ reifte. Den anfängliche Wunsch einer Schauspielkarriere gab sie auf.
Durch ein freiwilliges Praktikum bei ihrer jetzigen Ausbildungsstätte, der Firma Otto in Schwarzenau, wurden die letzten Zweifel beseitigt. „Ich bin total froh darüber, damals den MINT-Kurs besucht zu haben. Selbst wenn ich dadurch nur hätte ausschließen können, was ich beruflich nicht machen möchte, wäre das eine wertvolle Erfahrung gewesen“, sagt die 18-jährige Auszubildende. Ihr Job als technische Systemplanerin ist vielfältig und erfordert Kreativität. Sie arbeitet unter anderem mit modernen Zeichenprogrammen. Dabei entwirft und berechnet sie Lüftungsanlagen am Computer und begutachtet Baustellen, um Messungen durchzuführen.
Ihre Entscheidung für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung hat sie nicht bereut. Die praktischen Erfahrungen fernab des Schulalltags lieferten für Pia Schneider den entscheidenden Impuls. Daher empfiehlt sie derartige Angebote jedem unentschlossenen Schüler. Auch ihre wiederentdeckte Passion für das Zeichnen war ein entscheidender Faktor für den Ausbildungsbeginn.
Kostenfreie Angebote dank starker Kooperationspartner
„Laufbahnen, wie die von Pia Schneider zu sehen, bestärkt und bestätigt uns in dem Vorhaben, jungen Menschen kostenfrei und frühzeitig eine praxisnahe MINT-Berufsorientierung für ihre Zukunft zu ermöglichen. Wir arbeiten stetig daran, vielfältige und für die Schüler ansprechende Kurse gemeinsam mit unseren starken Partnern in der Region anbieten zu können“, betont Christine Büdenbender vom zdi-Zentrum Regionalinitiative Siegen-Wittgenstein.
MINT-Berufsbilder und Studiengänge werden in der Region Siegen-Wittgenstein immer wichtiger. Dort gibt es viele Industrieunternehmen und metallverarbeitende Betriebe. Daher bietet das Bildungszentrum Wittgenstein schon seit vielen Jahren unter anderem den MINT-Kurs „Konstruktion einer Drehscheibenuhr“ an. Er ist Teil des Programms zur Studien- und Berufsorientierung ab der 7. Klasse. Organisiert wird das Angebot von der Regionalinitiative MINT zdi-Zentrum Siegen-Wittgenstein.