Mit der neuen Rahmenvereinbarung MINT setzt das Land Nordrhein-Westfalen klare Strukturen für die Weiterentwicklung von Bildungsangeboten im Ganztag. Im Fokus steht dabei die frühzeitige Förderung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, insbesondere im Primarbereich.

Die Rahmenvereinbarung betont, dass gerade Ganztagsschulen und Offene Ganztagsschulen (OGS) besondere Chancen bieten, Kindern einen niedrigschwelligen und praxisnahen Zugang zu MINT-Themen zu eröffnen. Außerschulische Partner:innen wie die zdi-Netzwerke nehmen dabei eine zentrale Rolle ein: Sie bringen Expertise, Materialien und neue MINT-Lernformate in den Ganztag und ergänzen so den schulischen Unterricht sinnvoll. Der Unter der Lupe-Beitrag zum Thema OGS zeigt bereits, welche Anknüpfpunkte es für die zdi-Community an Grundschulen gibt.
Einige zdi-Netzwerke sind bereits durchgestartet und zeigen, wie MINT-Bildung im Ganztag aussehen kann. Ihre Ansätze reichen von direkten MINT-Angeboten für Schüler:innen über Qualifizierungen von Fachkräften bis hin zu Modellen, die beides miteinander verbinden.
Diese Beispiele für gute zdi-Praxis findet Ihr im Beitrag:
- MINTis im Einsatz beim zdi-Netzwerk KReMINTec Krefeld
- MINT-Starterboxen ermöglichen praxisnahe Zugänge beim zdi-Zentrum Münster
- Coaches für den Roboter-Nachwuchs beim zdi-Zentrum Paderborn
- MINT-Angebote und Qualifizierung systematisch Verknüpfen mit dem zdi-Zentrum Kreis Borken
- MINT im rhythmisierten Ganztag mit der zdi-Community Mönchengladbach
- Direkt zum Fazit
MINTis im Einsatz in Krefeld
Das zdi‑Netzwerk KReMINTec Krefeld hat innerhalb eines Jahres ein niedrigschwelliges und gleichzeitig skalierbares Angebotsformat für den Offenen Ganztag entwickelt. Ausgangspunkt war zunächst ein offenes Mathematikangebot, das gemeinsam mit Studierenden und einer ehemaligen Mathe-Lehrerin erprobt wurde. Daraus entstand schrittweise ein breiter angelegtes Konzept, das mittlerweile in acht verschiedenen Grundschulen umgesetzt wird – für fünf von ihnen besteht bereits eine Kooperationsvereinbarung mit den jeweiligen Trägern.
Kern des Ansatzes ist der Einsatz sogenannter „MINTis“: Studierende aus Fachrichtungen wie Chemie und Biotechnologie oder Elektrotechnik, aber auch aus „MINT-ferneren” Studiengängen wie Soziale Arbeit oder Journalimus. Sie gestalten im Nachmittagsbereich eigenständig MINT-Angebote für Grundschulkinder mit Fokus auf Mathematik und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Eine wichtige Säule des Projekts sind gemeinsame Fortbildungen und Teambuilding von OGS-Personal und MINTis. Dabei wird deutlich gemacht: MINT ist für jeden da, forschendes Lernen und eine positive Fehlerkultur sind erwünscht. Abgerundet wird das Projekt durch ein breites Netzwerk an außerschulischen Lernorten, die besucht werden können, die aber auch an die OGS-Standorte selbst kommen und Angebote sowohl für die Kinder, als auch Fortbildungen für die Erwachsenen anbieten.

Inzwischen sind rund zehn MINTis regelmäßig im Einsatz. Sie führen Experimente durch, arbeiten mit niedrigschwelligen Materialien und gestalten die Angebote flexibel entlang der Bedürfnisse der Kinder. Ergänzt wird das Modell durch „Mini‑MINTis“: Schüler:innen aus einer benachbarten weiterführenden Schule, die erste Einblicke in die Arbeit erhalten und die Studierenden unterstützen. Die MINTis arbeiten nicht ehrenamtlich, sie erhalten eine finanzielle Entschädigung, die im Fall des Krefelder Netzwerks über Mittel des Netzwerk-Trägers, des KReMINTec e. V., gedeckt werden kann. Dies ist möglich, da der Verein gezielt die frühe MINT-Förderung in den Fokus nimmt und Mittel entsprechend priorisiert.
Flexibilität schafft Möglichkeiten
Die Angebote sind gezielt für den OGS-Kontext konzipiert. Statt starrer Kursformate stehen offene, spielerische Zugänge im Vordergrund – etwa über mathematische Spiele oder einfache Experimente mit Alltagsmaterialien. Gleichzeitig übernehmen die MINTis Verantwortung für die Gestaltung der Einheiten und stimmen sich direkt mit den OGS-Gruppenleitungen ab. Für die Studierenden entsteht so ein praxisnaher Lernraum, in dem sie sowohl fachliche als auch pädagogische Kompetenzen weiterentwickeln.
Wichtig ist, dass die Angebote bewusst als ergänzendes, freiwilliges Format entwickelt werden und so zusätzlich zum bestehenden OGS-Angebot stattfinden können. Dies wahrt die Flexibilität der MINTis, die wegen Krankheit, Urlaub, Prüfungsphasen o. ä. auch mal ausfallen dürfen. Im Gegenzug ist das Angebot für die Träger:innen vollkommen kostenfrei. Damit dieses flexible Modell funktioniert, sind eine enge Abstimmung mit den Träger:innen und dem OGS-Personal sowie eine kontinuierliche Beziehungsarbeit entscheidend. Neue MINTis werden vor allem über persönliche Kontakte und Empfehlungen gewonnen – ein Ansatz, der sich als deutlich wirksamer erwiesen hat als formale Rekrutierungswege.
Die bisherigen Rückmeldungen aus den Einrichtungen fallen positiv aus: In regelmäßigen Gesprächen berichten die OGS-Koordinator:innen von hoher Akzeptanz bei den Kindern und einer guten Integration in den Alltag. Gleichzeitig zeigt sich, dass vor allem flexible Formate und ein niedrigschwelliger Zugang dazu beitragen, Hemmschwellen gegenüber MINT-Themen abzubauen.

Dass das Konzept funktioniert, zeigen auch erste Rückmeldungen der Kinder selbst, die erstaunt feststellen: „Ich wusste gar nicht, dass ich schlau bin. Ich möchte auch Chemiker werden!”
Tipps aus dem Netzwerk: Mit MINTis flexible Angebote umsetzen
- Beziehungsarbeit und Teambuilding priorisieren: Das Projekt lebt davon, dass auf allen Ebenen ein Teamgefühl entsteht: zwischen MINTis und Kinder, MINTis und Projektteam, Projektteam und Trägern, …
- Finanzierung: Bei begrenzten finanziellen Mittel muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob OGS-Angebote höher priorisiert werden können und sollen.
- MINTis Verantwortung zutrauen: Eigenständiges Arbeiten stärkt Motivation und Kompetenzentwicklung.
- Flexibilität ermöglichen: Angebote sollten sich an den Alltag der OGS anpassen und nicht umgekehrt.
- Vielfältige Teams zusammenstellen: Unterschiedliche fachliche Hintergründe und Perspektiven bereichern die Angebote.
- Strukturen parallel entwickeln: Organisation, Netzwerkpflege und inhaltliche Arbeit müssen von Anfang an zusammengedacht werden. Wenn sich alle Beteiligten als ein Team verstehen, erreicht man gemeinsam Veränderung.
Multiplikation ermöglichen: Qualifizierung von OGS-Fachkräften
Die Qualifizierung von OGS-Fachkräften gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn nachhaltige MINT-Bildung entsteht besonders dort, wo Angebote dauerhaft im Alltag verankert werden können. Diesem Ansatz haben sich gleich zwei zdi-Netzwerke verschrieben: Das zdi-Zentrum Münster bietet praxisnahe Fortbildungsformate für pädagogische Fachkräfte an, um sie im Umgang mit ihren MINT-Starterboxen zu schulen. Das zdi-Zentrum Paderborn sendet Coaches an Schulen, die OGS-Fachkräfte dabei unterstützen sollen, Robotik-AGs anzubieten.
zdi-Zentrum Münster: MINT-Starterboxen ermöglichen praxisnahe Zugänge

Die erste Fortbildung wurde im März 2026 als vierstündiges Format im MExLab ExperiMINTe durchgeführt und richtete sich gezielt an Mitarbeitende aus dem Offenen Ganztag. Zentrales Element sind die sogenannten MINT‑Starterboxen. Diese enthalten eine Zusammenstellung von Materialien und erprobten Experimenten, gezielt für den Einsatz im Ganztag ausgewählt und aufbereitet. Bei der Auswahl achtete das Team des zdi-Netzwerks Münster bewusst auf einfache, kostengünstige und alltagsnahe Experimente, die ohne großen Vorbereitungsaufwand durchgeführt werden können. Gleichzeitig legen die Konzepte Wert darauf, Neugier zu fördern, Gesprächsanlässe zu schaffen und MINT als Teil der Lebenswelt von Kindern sichtbar zu machen.
In den Fortbildungen bringt das Netzwerk die Boxen den OGS-Fachkräften näher. Sie greifen typische Herausforderungen aus der Praxis auf: fehlende Zeit, begrenzte Ressourcen und Unsicherheiten im Umgang mit MINT-Themen. Ziel ist es, Fachkräften einen unmittelbaren Einstieg zu ermöglichen und die Umsetzung im Alltag zu erleichtern. Neben dem Umgang mit den Starterboxen, vermittelt die Fortbildung auch einen niedrigschwelligen Einstieg in informatische Bildung, etwa durch erste Programmiererfahrungen mit Scratch und den Einsatz von Makey Makey.
Diese konsequente Orientierung an den Bedarfen der Fachkräfte funktionierte besonders gut. Die Kombination aus Ausprobieren, Austausch untereinander und der Möglichkeit, Materialien direkt mitzunehmen, hat dazu beigetragen, Berührungsängste abzubauen und Handlungssicherheit zu schaffen. In einem Fall führte die Fortbildung sogar unmittelbar zur Einrichtung einer MINT‑Werkstatt in der eigenen OGS.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags befinden sich diese Angebote noch im Aufbau. Erste praktische Umsetzungen in den Schulen werden im Anschluss erwartet – ein Beispiel dafür, wie zdi-Netzwerke frühzeitig Strukturen schaffen, die nachhaltige Wirkung entfalten können.
zdi-Zentrum Paderborn: Coaches für den Roboter-Nachwuchs
Mit einer mehrteiligen Fortbildungsreihe verfolgt das zdi-Zentrum Paderborn das Ziel, Robotik- und Programmierangebote nachhaltig im Offenen Ganztag zu verankern. Statt selbst dauerhaft Arbeitsgemeinschaften an den Schulen anzubieten, setzt das Netzwerk auf ein Multiplikator:innen-Modell: Pädagogische Fachkräfte aus dem Ganztag werden zu sogenannten „Coaches“ qualifiziert und befähigt, eigene Robotik-AGs aufzubauen.
Vorausgegangen war die Beobachtung des Netzwerks, dass das Interesse an Robotik und Programmierung an Grundschulen zwar hoch ist, viele der Mitarbeitenden aber noch keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Entsprechend hoch waren die Berührungsängste. Gemeinsam mit einem großen OGS-Träger, der AWO, wurde deshalb ein Konzept entwickelt, das den Kompetenzaufbau direkt in die Einrichtungen trägt.

Die Fortbildungsreihe startete im Januar 2026 und umfasste zunächst drei aufeinander aufbauende Termine sowie einen optionalen vierten Termin zur Vorbereitung auf den zdi-Roboterwettbewerb. Inhaltlich standen die Grundlagen der Arbeit mit Lego Spike im Mittelpunkt – von ersten Programmierungen über den Einsatz von Sensoren bis hin zu häufigen Fehlerquellen und praktischen Tipps für die Umsetzung mit Kindern.
Besonders erfolgreich war die enge Zusammenarbeit mit dem Träger. Dieser übernahm die Ansprache der Einrichtungen und die gesamte Terminorganisation. Dadurch konnten die Schulen gezielt eingebunden werden und das Angebot erreichte genau die Mitarbeitenden, die später selbst AGs durchführen sollen. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass nachhaltige MINT-Angebote dann besonders gut funktionieren, wenn Qualifizierung, Materialzugang und Vernetzung gemeinsam gedacht werden. Die ersten durch die Fortbildung motivierten AGs sollen nach den Sommerferien starten.
Tipps aus den Netzwerken: Fortbildungen für OGS-Fachkräfte
- Frühzeitig Bedarfe und Strukturen vor Ort erheben: Die Zusammenarbeit mit OGS-Träger:innen erleichtert den Zugang zu Einrichtungen und hilft dabei, passgenaue Angebote zu entwickeln.
- Praxis vor Theorie stellen: Eigene Erfahrungen mit Materialien und Methoden schaffen Sicherheit für die spätere Umsetzung mit Kindern.
- Niedrigschwellige Zugänge ermöglichen: Angebote sollten ohne umfangreiche Vorkenntnisse nutzbar sein und Raum zum Ausprobieren bieten.
- Austausch langfristig mitdenken: Vernetzungstreffen und kollegialer Austausch unterstützen die nachhaltige Verankerung neuer Themen.
- Unterstützung über die Fortbildung hinaus anbieten: Beratung, Materialverleih und feste Ansprechpersonen erleichtern den Transfer in die Praxis.
- Vorhandene Ressourcen sichtbar machen: Ein Überblick über vorhandene Ausstattung und Materialien hilft dabei, bestehende Potenziale effizient zu nutzen.
MINT strukturell im Ganztag verankern

Besonders wirkungsvoll sind Ansätze, die Angebote für Kinder und Qualifizierung von Fachkräften miteinander verknüpfen. Im Kreis Borken wird genau dieser Ansatz umgesetzt. In Kooperation mit einem OGS-Träger mit mehreren Standorten verbindet das zdi-Zentrum Qualifizierungsangebote für Fachkräfte mit konkreten MINT-Erlebnissen für Kinder. Ausgangspunkt war die bereits etablierte Arbeit mit dem Forschermobil sowie verschiedenen MINT‑Workshops, die ursprünglich vor allem im Kitabereich umgesetzt wurden. Seit Ende 2025 wurde dieses Angebot gezielt auf den Offenen Ganztag ausgeweitet und weiterentwickelt.
MINT-Angebote und Qualifizierung systematisch Verknüpfen
Inhaltlich kombiniert das Modell zwei zentrale Elemente: Zum einen nehmen Fachkräfte an praxisorientierten Workshops teil, in denen sie das didaktische Konzept des forschenden Lernens kennenlernen – unter anderem auf Basis von Ansätzen der Stiftung Kinder forschen. Zum anderen profitieren die Kinder von direkten MINT-Angeboten, etwa durch Einsätze des Forschermobils oder Besuche in außerschulischen Lernorten wie den Forscherhäusern im Kreis Borken.
Besonders gut funktionierte die schrittweise Entwicklung des Angebots. Da das zdi‑Zentrum bereits über Erfahrungen im Elementarbereich verfügte, konnten bestehende Formate angepasst und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass kontinuierliche Angebote und wiederholte Ansprache notwendig sind, um Interesse auch bei Grundschulen aufzubauen. Ein zentraler Schritt war die Zusammenarbeit mit einem großen OGS-Träger im Kreis, über den möglichst viele Grundschulen erreicht werden sollen. Diese strategische Entscheidung ermöglicht eine breite Verankerung, bringt aber auch Herausforderungen mit sich.
Die Rückmeldungen aus ersten Fortbildungen bestätigen den Ansatz: Vor allem die Praxisnähe und die unmittelbare Umsetzbarkeit wurden positiv hervorgehoben.
Tipps aus dem Netzwerk: Angebote strategisch verankern
- Kooperationen strategisch aufbauen: Die Zusammenarbeit mit Träger:innen kann Reichweite erhöhen, erfordert jedoch Zeit und Abstimmung.
- Bestehende Angebote weiterentwickeln: Vorhandene Konzepte lassen sich effizient an neue Zielgruppen anpassen.
- Multiplikator:innen stärken: Die Qualifizierung von Fachkräften sorgt für nachhaltige Wirkung im Alltag.
- Durchhaltevermögen einplanen: Langfristige Prozesse und wiederholte Ansprache sind zentral für den Erfolg.
MINT im rhythmisierten Ganztag neu denken
Ein besonders umfassendes Modell wird koordiniert vom Regionalen Bildungsbüro Mönchengladbach mit dem sogenannten „MINT-Kreisel“. Das Konzept richtet sich an Schulen im rhythmisierten Ganztag, in denen Kinder über den gesamten Schultag hinweg im Klassenverband lernen. Diese Struktur ermöglicht flexible Lernphasen statt starrer Unterrichtstakte – ein Vorteil, der gezielt für MINT-Projekte genutzt werden kann.
Das Format „MINT-Kreisel“ orientiert sich am bereits etablierten Kultur-Kreisel, der seit 2024 an mehreren Schulen umgesetzt wird. Für das Schuljahr 2026/2027 wird das Konzept nun erstmals auf den Bereich Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) übertragen. Am Pilotdurchlauf nehmen fünf Grundschulen teil. Für die Jahrgangsstufe 3 wurde ein modulares System entwickelt, bei dem vier unterschiedliche Bildungspartner:innen ihre Angebote rotierend an allen Schulen durchführen.
Neben der zdi-Community Mönchengladbach beteiligen sich Partner:innen aus den Bereichen Ernährungsbildung, Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimabildung. Die Themen reichen von Robotik und Künstlicher Intelligenz über Experimente mit Alltagsmaterialien bis hin zu Fragen rund um Nachhaltigkeit und Ressourcen. Didaktisch setzt der MINT-Kreisel konsequent auf Partizipation und Lebensweltbezug. Die Struktur des rhythmisierten Ganztags ermöglicht es, flexibel auf die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppe einzugehen und Inhalte situativ anzupassen.
Erfolgsfaktoren: Flexibilität und Kooperation
Besonders gut funktioniert hat bereits in der Konzeptionsphase die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen. Die Partnerlandschaft wurde gemeinsam mit der Schulaufsicht, Schulleitungen, OGS-Träger:innen und weiteren Bildungsakteur:innen aufgebaut. Durch den modularen Aufbau können zudem jederzeit neue Partner:innen eingebunden werden, ohne das Gesamtkonzept grundlegend verändern zu müssen. Gleichzeitig macht das Beispiel deutlich, dass solche Kooperationsmodelle eine sorgfältige Planung erfordern. Zwischen erster Konzeptidee und Umsetzung lag etwa ein Jahr Vorbereitungszeit. Unterschiedliche Perspektiven, Abläufe und Anforderungen von Schulen, OGS-Träger:innen und externen Bildungsanbieter:innen mussten aufeinander abgestimmt werden.
Tipps aus dem Netzwerk: MINT im rhthymisierten Ganztag
- Verbindliche Kommunikationsstrukturen schaffen: Kontaktlisten und regelmäßige Austauschtreffen erleichtern die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner:innen.
- Kooperationsvereinbarungen nutzen: Verbindliche Absprachen schaffen Klarheit für alle Beteiligten.
- Das System Schule kennenlernen: Hospitationen helfen externen Partner:innen, die Strukturen und Bedürfnisse vor Ort besser zu verstehen.
- Rahmenbedingungen transparent machen: Informationen zu Technik, Ausstattung und Besonderheiten einzelner Klassen erleichtern die Angebotsplanung.
- Flexibel bleiben: Konzepte sollten Orientierung geben, gleichzeitig aber genügend Raum lassen, um auf die Interessen und Bedarfe der Kinder einzugehen.
Erfolgsfaktoren für MINT im Ganztag
Die Beispiele aus den zdi-Netzwerken zeigen, dass erfolgreiche MINT-Angebote im Ganztag auf mehreren Ebenen ansetzen:
- Niedrigschwellige Zugänge für Kinder, die an ihrer Lebenswelt anknüpfen
- Qualifizierung von Fachkräften, um Angebote dauerhaft zu verankern
- Kooperationen zwischen verschiedenen Partner:innen, die unterschiedliche Kompetenzen einbringen
- Strukturelle Verankerung der Angebote durch Kooperationsvereinbarungen mit den Trägerorganisationen
- Flexible Strukturen im Ganztag, die projektbasiertes und forschendes Lernen ermöglichen
Damit leisten zdi-Netzwerke einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der Rahmenvereinbarung MINT und zur Weiterentwicklung ganztägiger (MINT-)Bildung in Nordrhein-Westfalen. Sie zeigen, wie MINT-Bildung früh, praxisnah und nachhaltig gestaltet werden kann.
Die Projekte sind gerade erst gestartet. Deshalb gibt es aktuell noch wenige Erfahrungswerte, wie die Ansätze bei den Grundschüler:innen ankommen. Wir halten Euch gerne auf dem Laufenden!