Selbstvertrauen und Vielfalt in MINT: Rückblick auf den zdi-Heldinnen-Oktober

Vor einem Monat hat zdi.NRW den Oktober 2019 zum zdi-Heldinnen-Monat erklärt. 5 Wochen, 40 zdi-Heldinnen und 11 (Mädchen-)Ferienkurse später ist es deutlicher denn je: Die zdi-Community setzt sich für MINT und Mädchen ein. Am vergangenen Freitag ging der Aktionsmonat zu Ende.

Im gesamten Monat Oktober standen persönliche Geschichten, Projekte und Kurse rund um Mädchen und junge Frauen im Fokus. Übergeordnetes Ziel der Aktion war es, die Vielfalt in MINT zu fördern sowie den zdi-Netzwerken, die sich bereits seit 14 Jahren im Bereich MINT und Mädchen engagieren, mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Denn für zdi.NRW ist die geschlechterspezifische Nachwuchsförderung keineswegs Neuland.

Mehr Informationen und alle Inhalte der Aktion finden Sie unter: www.zdi-heldinnen.de

Experimentieren, Programmieren, Ausprobieren: Die Herbstferien im zdi-Heldinnen-Monat

Als Teil des Aktionsmonats haben die zdi-Netzwerke und zdi-Schülerlabore in den Herbstferien Zusatzkurse und Workshops angeboten, die sich gezielt an Mädchen und junge Frauen richten. In Neuss hatten Mädchen die Möglichkeit, eine eigene Website zu programmieren, in Köln hingegen wurde im Rahmen eines Workshops Silberschmuck selbst entworfen und geschmiedet und in Bochum haben die Kursteilnehmerinnen ein energieeffizientes Haus entworfen. Auch zdi-Initiativen machten MINT für Mädchen und junge Frauen erlebbar.

Bei zdi-Initiativen wie „Mädchen in MINT“ in Gütersloh diskutierten Schüler:innen und Lehrer:innen gemeinsam und entwickeln Ideen und Zukunftsperspektiven rund um das Thema MINT und Mädchen. Denn junge Frauen wissen selbst am allerbesten, was Ihnen im MINT-Bereich besonders Freude bereitet. Aus diesem Grund haben sich einige Schülerinnen der Von-Zumbusch-Gesamtschule in Herzebrock-Clarholz zusammengeschlossen mit dem Ziel, mehr Mitschülerinnen und Mädchen an anderen Schulen für MINT zu begeistern. Was sie dazu bewegt hat, erklären die 5 MINT-Botschafterinnen zdi-NRW in einer Videoreihe.

In den Sozialen Medien berichteten die zdi-Heldinnen von ihren Erfahrungen im MINT-Bereich

Vier Wochen lang berichtete jeden Tag eine Frau von ihren Erfahrungen im MINT-Bereich auf dem zdi-Instagram-Kanal @zdi.nrw. Die große Begeisterung der Frauen für die Aktion spiegelte sich in den zahlreichen Einsendungen der Testimonials wider. Was alle Heldinnen ganz besonders begeistert, ist die Vielfalt im MINT-Bereich: “MINT ist unfassbar vielseitig; es gibt so viele Richtungen und Möglichkeiten, sodass für jeden etwas dabei ist. MINT gestaltet die Zukunft, was bedeutet, dass es noch unglaublich viel Neues zu entdecken gibt”, so auch zdi-Heldin Sophie Charlotte Keunecke. Insgesamt haben 40 zdi-Heldinnen ihre Sicht auf Naturwissenschaften und Technik geteilt und deutlich gemacht, welches Potenzial in MINT steckt. Beteiligt haben sich Frauen aus einer Vielzahl an MINT-Berufen: Von der Physikerin über die KFZ-Mechatronikerin bis hin zur Energieeffizienzberaterin oder Informatikprofessorin, die Tätigkeitsfelder der zdi-Heldinnen hätten vielfältiger nicht sein können. Dabei haben all diese Vorbilder eines gemeinsam: Sie zeigen, wie gut Frauen zu MINT passen. Dieses Selbstverständnis sollte durch die landesweite Kampagne transportiert werden und Mädchen und jungen Frauen Mut geben, ebenfalls im MINT-Bereich Fuß zu fassen. Denn leider fehlt es vielen jungen Mädchen an Selbstvertrauen, wenn es um MINT geht. Interessierte Mädchen konnten durch die Platzierung der zdi-Heldinnen in den Sozialen Medien direkt erreicht werden.

Zusätzlich konnten sich Instagramnutzer:innen mit dem Hashtag #zdiHeldinnen aktiv an der Aktion beteiligen. Und das wurde fleißig getan – fast 50% der Beiträge, die mit dem #zdiHeldinnen versehen wurden, kamen nicht von zdi-Heldinnen, die zdi.NRW veröffentlichte, sondern aus der Community selbst! Diese rege Beteiligung verwundert nicht, denn mit den Geschichten der Testimonials und den weiteren Beiträge zum zdi-Heldinnen-Oktober konnten allein auf Instagram mehr als 14.000 Menschen erreicht werden. Die Resonanz auf den zdi-Heldinnen-Monat war durchweg positiv, was die vielen privaten Nachrichten und Rückmeldungen auf die zdi-Heldinnen-Stories verdeutlicht haben. Die gezielte Platzierung der Aktion in den Sozialen Medien hat eine nachhaltige Wirkung auch für die zdi-Netzwerke, da regionale Akteur*innen aus der zdi-Community ihre Geschichten über die sozialen Medien überregional teilen, sich vernetzen und austauschen konnten: Das zeigt, wie hoch das Bedürfnis einer Öffentlichkeit für das Thema ist. So schrieb Dr. Beate Schulte, Lehrerin für Chemie, in dem Interview zu ihrer zdi-Heldinnen-Geschichte: “Mädchen sind äußerst kreativ und leidenschaftlich. Sie gehen sehr strukturiert an Fragestellungen heran. Es ist wichtig, dass Sie sich Ihrer unglaublichen Talente bewusst werden und dass Sie ein Selbstbewusstsein entwickeln, das bei Jungen stärker ausgebildet ist.”

Prominente Unterstützung des zdi-Heldinnen-Oktobers

Zum Hintergrund der Aktion: Junge Frauen entscheiden sich häufig gegen einen MINT-Beruf

Rund 45% der Teilnehmenden bei zdi-Kursen sind bereits weiblich, das entspricht jährlich mehr als 135.000 Mädchen und junge Frauen in zdi-Kursen. Doch dieses Verhältnis spiegelt sich in vielen MINT-Ausbildungs- und -Studiengängen noch nicht wider; nur rund 11 Prozent der neu startenden Auszubildenden in MINT-Berufen sind Frauen, nur knapp über 30 Prozent der Studierenden, die ein MINT-Studium beginnen, sind weiblich, so die aktuellen Statistik „MINT-Berufe“ der Bundesagentur für Arbeit. Grund dafür ist, dass Mädchen und junge Frauen sich MINT trotz Interesse und Talent nicht zutrauen, wie die Bildungsstudie der Kultusministerkonferenz aus dem vergangenen Monat verdeutlicht. Doch Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist das A und O für Selbstverwirklichung, Erfolg und Freude am Schul-, Studien-, Ausbildungs- oder Berufsalltag. Und genau dort setzen die zdi-Netzwerke mit ihrem Kursangebot an, denn gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel und Digitalisierung können nur mit MINT-Wissen mitgestaltet werden. Und es wäre fatal, hierbei auf das Potenzial von gut ausgebildeten jungen Frauen und Vielfalt in den Teams zu verzichten.Um sich der Antwort auf die Frage nach dem fehlenden Selbstvertrauen von talentierten MINT-interessierten Mädchen zu nähern, nimmt zdi.NRW die Kulturgeschichte der Frauen in der Wissenschaft im zdi-Heldinnen-Monat auch in einem längeren Dossier unter die Lupe.

zdi.NRW schöpft aus 14 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der geschlechterspezifischen Nachwuchsförderung

Seit vierzehn Jahren fördert zdi.NRW den MINT-Nachwuchs in NRW. Mehr als 300.000 junge Menschen nehmen jährlich an dem Kursangebot der zdi-Netzwerke teil. Mädchen und junge Frauen dabei zu unterstützen, selbstbewusst und mit viel Freude im MINT-Bereich aktiv zu sein, war dabei für die Akteur*innen bei zdi.NRW von Beginn an zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Die Angebote von zdi.NRW sind vielfältig und gemischt. Wichtiges Anliegen bleibt dabei, die Stimmen der jungen Mädchen und Frauen zu hören. So entwickelt zdi.NRW Angebote gemeinsam mit Mädchen und jungen Frauen stetig weiter, z. B. durch Befragungen oder Workshops mit Jugendlichen bei den zdi-YouthScienceCamps. Mittlerweile fließen Erkenntnisse aus mehr als vierzehn Jahren zdi-Arbeit in NRW in die Gestaltung der (Mädchen-)Kurse der zdi-Netzwerke ein und machen die Kurse für Jungen und junge Männer genauso interessant wie für Mädchen und junge Frauen. Mit der von der Landesgeschäftsstelle zdi.NRW initiierten zdi-Heldinnen-Aktion möchten die Akteur:innen dieses Angebot nun noch sichtbarer machen, zu Diskussionen einladen und die Vernetzung von MINT-Akteur:innen stärken – für eine bestmögliche Förderung des MINT-Nachwuchses und eine bunte Vielfalt an und in Kursen.

zdi.NRW bedankt sich bei allen, die den zdi-Heldinnen-Oktober so unvergesslich gemacht haben!

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