Die deutsche Schüler:innenlaborlandschaft hat sich Anfang März in Osnabrück zur 21. LeLa-Jahrestagung getroffen. Hier zeigt sich wieder einmal, wie innovativ außerschulische MINT-Bildung sein kann. Ein Höhepunkt der Tagung ist traditionell die Verleihung des LeLa-Preises. Mit diesem Preis zeichnet der Bundesverband LernortLabor (LeLa) herausragende Projekte und Konzepte von Schüler:innenlaboren aus. In diesem Jahr waren gleich mehrere Angebote aus der zdi-Community unter den Preisträger:innen.

LernortLabor und die zdi-Schüler:innenlabore
Der Bundesverband LernortLabor vernetzt Schüler:innenlabore in ganz Deutschland und Europa. Diese außerschulischen Lernorte ermöglichen Kindern und Jugendlichen, Naturwissenschaften und Technik praxisnah zu erleben – etwa durch Experimente, Forschungsprojekte oder Workshops. Auch viele zdi-Schüler:innenlabore gehören zu diesem Netzwerk. Sie bieten jungen Menschen Raum, um zu tüfteln und forschen und stehen dabei oft in Kooperation mit Hochschulen, Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.
Praxisnahe Lernorte wie die zdi-Schüler:innenlabore sind ein wichtiger Baustein moderner MINT-Bildung: Sie machen Wissenschaft greifbar, fördern Neugier und eröffnen neue Perspektiven für Ausbildungs- und Studienwege.
Der LeLa-Preis: Auszeichnung für innovative MINT-Bildung
Mit dem LeLa-Preis würdigt LeLa jedes Jahr besonders innovative Konzepte von Schüler:innenlaboren. Insgesamt werden Preisgelder von rund 40.000 Euro vergeben.
Die Preise werden in vier verschiedenen Kategorien verliehen:
- Schülerlabor+ – Labore mit interdisziplinären Ansätzen
- Mobile Angebote – Labore, die ihre Angebote auf besondere Weise in die Region bringen
- Preis der Vielfalt – Labore mit Angeboten, die Bildungsbarrieren überwinden und Teilhabe fördern
- Innovatives Schülerforschungszentrum – Schülerforschungszentren, die sich in einem von drei Bereichen besonders hervorgetan haben
Eine unabhängige Fachjury bewertet die Projekte nach festgelegten Kriterien. Dazu gehören der Innovationsgrad, der Praxisbezug oder auch die Übertragbarkeit der Projekte. Die Auszeichnung macht besonders gelungene Projekte sichtbar und setzt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Schüler:innenlaborlandschaft.
Das sind die Preisträger:innen aus der zdi-Community:
In diesem Jahr wurden in drei der vier Kategorien gleich mehrere Mitglieder der zdi-Community mit dem LeLa-Preis ausgezeichnet. Sie zeigen, dass „Zukunft durch Innovation” in der Community gelebt und wirkungsvoll umgesetzt wird. In Videos haben die Preisträger:innen ihre Projekte selbst vorgestellt.
In der Katergorie Schülerlabor+
Das zdi-Schüler:innenlabor KITZ.do der TU Dortmund bringt jungen Menschen Informatik und digitale Technologien näher. Den 2. Platz in der Kategorie „Schülerlabor+” erhielten sie für das Projekt „DoGrIn – Dortmunder Green Innovation”. Im Projekt steht nachhaltige Lebensmittelproduktion im Mittelpunkt, die verschiedenen MINT-Disziplinen verknüpft. Eine Vertical Farming-Anlage und ein Tiny House werden zu praktischen Lernstationen, die in die Angebote des Schüler:innenlabors eingebunden werden.
Das zur Universität Bielefeld gehörende Schüler:innenlabor teutolab Chemie erzielte den dritten Platz. Mit seinen praxisnahen Formaten ermöglicht es Schüler:innen einen direkten Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten und aktuellen Forschungsthemen. Das Labor gibt dem im Lehrplan verankerten Thema Thermodynamik einen praktischen Twist und lässt Schüler:innen ihre eigene „Thermoskanne der Zukunft” entwickeln.
In der Kategorie Mobile Angebote
Den zweite Platz sicherte sich das zdi-Schüler:innenlabor coolMINT Paderborn als Teil des Zusammenschlusses MINT4.OWL. Das Labor begeistert junge Menschen für Technik und Informatik und setzt dabei auch auf flexible Formate. Ihr mobiles Angebot erreicht über 80 verschiedene außerschulische Lernorte. Die Workshops werden nachmittags, an den Wochenenden und in den Ferien durchgeführt.
Das SCIphy LAB der zdi-nahen RWTH Aachen verbindet physikalische Experimente mit aktuellen Forschungsthemen und schafft so einen authentischen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten. Den dritten Platz in der Kategorie „Mobile Angebote” erzielte das Labor mit dem Projekt „Labs on Tour”, das MINT-AGs an Schulen bringt.
In der Kategorie Preis der Vielfalt
Als Besonderheit bei der diesjährigen Preisverleihung wurden nicht nur Schüler:innenlabore, sondern auch ein zdi-Netzwerk für seine Arbeit ausgezeichnet: Das zdi-Zentrum BeST Bergisches Schultechnikum erhielt den ersten Preis in der Kategorie Preis der Vielfalt. Ausgezeichnet wurde das Projekt MINT-Arena. Hier bringt das zdi-Netzwerk MINT in die Sportvereine und erreicht so unter anderem junge Menschen, die bisher kaum Zugang zu außerschulischer MINT-Bildung hatten. In vertrauter Umgebung überwinden die Kinder und Jugendlichen Berührungsängste mit MINT genauso, wie Sprachbarrieren. So lassen sich ganz neue Gruppen für MINT begeistern.
Den zweiten Platz sicherte sich das zdi-Schüler:innenlabor Think Lab Bochum. Das Labor setzt gezielt auf niedrigschwellige Zugänge zu MINT-Themen und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen, um Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu fördern. Dabei werden mit den Teilnehmenden eigene Escape Rooms entwickelt und so Barrieren zu MINT spielerisch überwunden.
Auszeichnung für Engagement und Zusammenarbeit
Die zahlreichen Auszeichnungen zeigen: Die zdi-Community ist ein wichtiger Teil der bundesweiten Schüler:innenlabor-Landschaft. Durch Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen, Unternehmen und weiteren Partner:innen entstehen innovative Lernangebote, die junge Menschen nachhaltig für MINT begeistern und ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen.
Die Auszeichnungen zeigen auch: Engagement lohnt sich! Deshalb geht ein Aufruf ganz klar in die zdi-Community: Zeigt Euch, bewerbt Euch und vielleicht gehört Ihr im nächsten Jahr zu den stolzen Preisträger:innen!
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