zdi-Mädchen-Camp 2023: MINT-Bildungsangebote für alle

Am 26. Oktober fand als Höhepunkt des diesjährigen Heldinnen-Oktobers zum zweiten Mal das zdi-Mädchen-Camp statt. Beim Mädchen-Camp kann die Community zeigen, was sie in Punkto MINT-Mädchen-Arbeit zu bieten hat. Die Angebote werden außerdem auf den Prüfstand gestellt: Was interessiert junge Menschen – allen voran Mädchen – wirklich und wie lässt sich Technikbegeisterung wecken? In über 13 Workshops konnten Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Gütersloh gemeinsam MINT-Bildungsangebote ausprobieren, unter die Lupe nehmen und Feedback geben.

Eine Gruppe von Menschen posiert vor einem Banner für ein Foto.
v.l.n.r. erste Reihe: Juliane Orth, Gesche Neusel, Valmira, Thea, Dr. Rebecca Goebel, Franziska Monkenbusch v.l.n.r. zweite Reihe: Britta Bollmann, Daniela Hartmann, Kerstin Helmerdig, Martin Ley-Schweppe, Hubert Erichlandwehr

Die Vielfalt von MINT entdecken

Neben Akteur:innen der zdi-Community beteiligten sich auch lokale Player mit eigenen Workshops. ARI Armaturen gab einen Einblick in das Unternehmen und die dort möglichen Ausbildungsberufe. Dabei klärten sie gemeinsam mit den Schülerinnen die Frage, was Armaturen mit MINT zu tun haben. Die Vielfältigkeit des Ingenieur:innenberufs machte die Firma HORA in ihrem Workshop deutlich, in dem sie die verschiedenen Einsatzgebiete von Ingenieur:innen in ihrem Unternehmen beleuchteten. Das zdi-Schüler:innenlabor experiMINT DiGiTal Gütersloh diskutierte mit Schülerinnen darüber, wie sich mit Programmieren die Welt verbessern lässt und das Handwerksbildungszentrum sprach mit den Schülerinnen über Mädchen im Bauhandwerk. In den Workshops ging es aber natürlich auch um ganz praktische Anwendungsbeispiele: Es wurde geschraubt, gehämmert, gelötet und programmiert.

Auch die Eltern spielten beim zdi-Mädchen-Camp eine Rolle, denn sie sind wichtige Partner:innen und Rollenvorbilder, wenn es um die Berufs- und Studienwahl junger Menschen geht. Daher sollten auch die Eltern in einem von der zdi-Landesgeschäftsstelle (LGS) betreuten Workshop für eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung sensibilisiert werden – genauso wie eine Gruppe an Schülern, die ebenfalls in einem von der zdi-LGS in Zusammenarbeiten mit der Kommunalen Koordinierungsstelle gehaltenen Workshop über Geschlechterklischees in der Berufswelt diskutieren durften.

Eine Gruppe von Menschen sitzt beim zdi-Mädchen-Camp mit Laptops an einem Tisch.
Zwei Mädchen arbeiten beim zdi-Mädchen-Camp an einer Holzkonstruktion.
Eine Gruppe Mädchen arbeitet beim zdi-Mädchen-Camp an einem Projekt.
Eine Gruppe Mädchen sitzt beim zdi-Mädchen-Camp mit einem Tablet an einem Tisch.
Ein Spielzeugauto, das beim zdi-Mädchen-Camp auf einem Tisch in einem Klassenzimmer steht. Im Hintergrund sitzen zwei Mädchen.

Gender Data Gap – Warum unterschiedliche Perspektiven so wichtig sind

Zur Einstimmung ins Thema erwartete die Schüler:innen ein Vortrag zur „Gender Data Gap”. Die Vortragenden Gesche Neusel und Juliane Orth von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg arbeiteten gemeinsam an dem Forschungsprojekt „Elektrotechnik statt BibisBeautyPalace“. Im zdi-Heldinnen-Interview haben sie uns ausführlich über ihre Arbeit im Projekt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse berichtet. In ihrem Vortrag „Gender Data Gap: Warum eure Perspektive wichtig ist” ließen sie die Schüler:innen an ihren Erkenntnissen teilhaben. Dabei richteten sie auch einen Apell an die Schülerinnen: „Unterstützt euch, netzwerkt und empfehlt euch gegenseitig! Wir müssen auch die Vorurteile von Frauen gegen Frauen weiter abbauen!“ Bereits im Interview im Rahmen des zdi-Heldinnen-Oktobers hatten die beiden sich eine rege Beteiligung an der Diskussion gewünscht.

Diese Beteiligung setzte Juliane Orth mit einer Online-Umfrage um, mit der Frage: Was ist jungen Menschen beim Thema Technikkommunikation besonders wichtig?

Hier setzte sich klar die Alltagsnähe von MINT-Themen als wichtiger Faktor durch.

Ein Bildschirm mit einem Balkendiagramm mit verschiedenen Farben. Der Text sagt: "Was ist euch am wichtigsten?". Auf Platz 1 steht "Themen, die nah an meinem Alltag sind". Auf Platz 2 steht "Unterhaltung und Spaß beim Ansehen des Videos". Auf Platz 3 steht "Verknüpfung mit anderen Lebensbereichen, z.B. Sport oder Musik". Auf Platz 4 steht "Probleme, Herausforderungen und Fehler im Umgang mit Technik zeigen". Auf Platz 5 steht "Professionelle und ästhetische Gestaltung". Auf Platz 6 steht "Einfache Sprache, also keine Fachbegriffe oder Fremdwörter". Auf Platz 7 steht "Personen, die so sind wie ich, sollen die Technik erklären".

Im Anschluss an den Vortrag kamen MINT-Akteur:innen und Schülerinnen in einer Diskussionsrunde ins Gespräch: Die beiden Schülerinnen Thea und Valmira konnten sich mit Britta Bollmann, Leitende Ministerialrätin und im Ministerium für Kultur und Wissenschaft zuständig für zdi.NRW, der Leiterin des zdi-Schüler:innenlabors experiMINTDiGiTal Dr. Rebecca Goebel und Martin Ley-Schweppe vom Handwerksbildungszentrum austauschen. Dabei wurden auch die Punkte aus dem vorangegangenen Vortrag aufgegriffen. Britta Bollmann stimmte den Vortragenden dahingehend zu, dass man nur zu besseren Lösungen kommen könne, wenn man neu denke. Die Perspektive von Mädchen und Frauen in MINT könne dazu beitragen.

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Bühne.
v.l.n.r.: Britta Bollmann, Thea, Valmira, Kerstin Helmerdig, Martin Lay-Schweppe, Dr. Rebecca Goebel.

MINT ohne Notendruck ausprobieren können

Doch welche Ansätze können helfen, mehr Mädchen und Frauen für MINT zu begeistern? Thea und Valmira mangelt es nicht an Kontakt zu MINT in der Schule. Auch das außerschulische Angebot der zdi-Community sei gut. Hier könne man seiner Neugier auf MINT freien Lauf lassen, ohne über Noten nachdenken zu müssen. Woran es aber fehle, seien Mädchen und Frauen in MINT-Berufen. Das konnte Martin Ley-Schweppe nur bestätigten: „Ich bekomme oft mit, dass junge Frauen sich handwerkliche Berufe zum Beispiel deshalb nicht zutrauen, weil sie denken, dass ihnen die körperliche Kraft fehlt. In der Praxis sieht es dann aber ganz anders aus! Was den Frauen vielleicht an Kraft fehlt, machen sie durch kreative Problemlösungsstrategien wett. Da werden dann Maschinen statt Muskelkraft eingesetzt oder eben das Team zum Helfen zusammengetrommelt.”

Fazit: MINT macht Spaß

Zusammenfassend machten die Schülerinnen und Schüler zum Ende der Veranstaltung eines klar: Die Workshops waren spannend und vielseitig und machten Spaß! Die Workshopgebenden waren besonders begeistert von der reibungslosen Organisation der Veranstaltung durch die Gesamtschule Schloß-Holte-Stukenbrock.

Im Jahr 2022 fand das zdi-Mädchen-Camp zum ersten Mal statt. Einer der Wünsche, den die Schülerinnen dort zum Ausdruck brachten: Bezieht auch die Jungs in die Arbeit mit ein. Sie müssen sich nämlich genauso von Klischees und Rollenbildern frei machen. Dem Wunsch kamen die zdi-Akteur:innen gerne nach und boten einen „klischeefrei”-Workshop an. Auch andere Empfehlungen, die aus den Ergebnissen des letztjährigen Camps abgeleitet wurden, konnten umgesetzt werden.

Hier findet Ihr die komplette Veranstaltungsdokumentation des zdi-Mädchen-Camps 2022:

So wurde beispielsweise in den Workshops ein großer Wert auf Kontextualisierung und Alltagsnähe gelegt, Berufsbilder (und ihre Verdienstmöglichkeiten) beleuchtet und Wert auf Teamarbeit gelegt.

Welche Methoden sich besonders eignen, um sowohl Jugendlichen als auch Eltern eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung zu bieten, wird die Auswertung der verwendeten Methoden zeigen.

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