zdi-Mädchen-Camp: Schülerinnen erarbeiten Praxis-Ansätze zur Mädchenförderung im MINT-Bereich

Wie können wir Mädchen für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistern? Welche Wünsche, Anforderungen und Ideen hat die Zielgruppe selbst? Und warum sind mache Naturwissenschaften bei Mädchen beliebter als andere? Um diese und weitere Fragestellungen drehte sich am 28. Oktober das erste zdi-Mädchen-Camp in Frechen: In 11 Workshops diskutierten rund 140 Schülerinnen mit Aktiven aus zdi-Netzwerken und erarbeiteten gemeinsam Lösungen. Als Betreiber von außerschulischen Lernorten in ganz NRW ist ihnen besonders daran gelegen, mit ihren Kursen Mädchen und junge Frauen anzusprechen. Die erarbeiteten Lösungsvorschläge konnten direkt in die Praxis umgesetzt werden – beispielsweise bei Versuchsreihen zum Thema Photosynthese oder im Rennsimulator. Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte, wie wichtig es aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive sei, weibliche Nachwuchskräfte für MINT-Berufe zu gewinnen. Auch Landrat Frank Rock und Bürgermeisterin Susanne Stupp hoben dies in ihrer Begrüßung hervor.

Landrat Frank Rock, Bürgermeisterin Susanna Stupp, Ministerin Ina Brandes, Schülerin Lena Engel, Chemielaborantin Pia Münstermann und zdi-Koordinator Axel Tillmanns stehen nebeneinander hinter dem #zdi-Logo
v.l.n.r.: Landrat Frank Rock, Bürgermeisterin Susanna Stupp, Ministerin Ina Brandes, Schülerin Lena Engel, Chemielaborantin Pia Münstermann und Koordinator des zdi-Zentrums Mönchengladbach Axel Tillmanns. © zdi.NRW 2022

Wissenschaftsministerium unterstützt Mädchenförderung

Die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW, kurz zdi.NRW, widmet den Oktober jährlich den Mädchen und Frauen im MINT-Bereich: In Kursen der zdi-Netzwerke werden Schülerinnen gezielt angesprochen und gefördert, Vorbilder und Mentorinnen erhalten im „zdi-Heldinnen-Oktober“ auf den verschiedenen digitalen zdi-Kanälen eine Plattform.

Ministerin Ina Brandes, selbst viele Jahre in der Baubranche tätig, sagte:
„Vorbilder können für die Mädchen eine entscheidende Rolle spielen: von der Schülerin über die Auszubildende bis hin zu Unternehmerinnen und Professorinnen. Sie alle können konkret zeigen, dass Frauen genau wie Männer sehr gut in den MINT-Bereich passen können. Für Mädchen und jungen Frauen bietet der Bereich große Chancen und die Gesellschaft braucht dringend mehr MINT-Nachwuchs. “.

„It’s not you. It’s MINT“ – Wie Stereotype nach wie vor unser Denken beeinflussen

Dr. Anneke Steegh bei ihrem Vortrag "It's not you - it's MINT". © zdi.NRW 2022
Dr. Anneke Steegh bei ihrem Vortrag „It’s not you – it’s MINT“. © zdi.NRW 2022

„Seid euch im Klaren darüber, dass es eine gesellschaftliche Genderprägung gibt und hinterfragt eure Meinung zu MINT-Themen ganz bewusst. Zu wissen, dass es diese Prägung gibt, kann euch dabei helfen, sie zu überwinden. Nicht ihr müsst euch ändern, sondern MINT muss ich ändern!“, so der Appell von Dr. Anneke Steegh. Die Forscherin vom Leibniz-Institut für Pädagogik in den Naturwissenschaften und der Mathematik gab in ihrer Keynote-Speech Einblicke in das Thema Genderprägung und die Wirkung von Stereotypen. Ihre Botschaft an die Schülerinnen: „Findet Verbündete und sprecht aus, was ihr möchtet – Traditionen können geändert werden“.

Weitere Impulse lieferte das Spotlight-Gespräch, in dem sich Ministerin Ina Brandes, Axel Tillmanns vom zdi-Zentrum Mönchengladbach, die zdi-Alumna und Chemielaborantin am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Pia Münstermann, und die Schülerin Lena Engel über die kommenden Herausforderungen in der MINT-Mädchen-Arbeit austauschten. Sie alle waren sich darüber einig, dass Mädchen und ihre Wünsche einbezogen werden müssen, damit MINT-Angebote Jungen und Mädchen gleichermaßen ansprechen.

Direkter Austausch in Workshops

Insgesamt 11 Workshops wurden von Mitgliedern der zdi-Netzwerke aus ganz NRW angeboten, die sich im Kern um die Fragen drehten: Wie kann man aktuelle und komplexe wissenschaftliche Themen für Schülerinnen interessant aufbereiten? Wie lassen sich Hürden überwinden, die den Zugang zu MINT-Themen erschweren – und welche Naturwissenschaften sind bei Mädchen besonders gefragt?

In Gesprächsrunden und Praxis-Workshops wurden hier mit Schülerinnen der Klassenstufen fünf und sechs sowie zehn bis zwölf Antworten auf diese Fragen erarbeitet. In den praktischen Teilen konnten die Schülerinnen sich ausprobieren und auf Tuchfühlung mit MINT-Themen gehen. „Hätten wir in der Schule auch schon so viel praktisch gearbeitet wie heute, hätte ich die MINT-Fächer in der Oberstufe nicht abgewählt“, betont eine Schülerin bei der Abschlusspräsentation.  

Schülerinnen im Workshop beim zdi-Mädchen-Camp.
Schülerinnen im Workshop beim zdi-Mädchen-Camp.

Auf der zdi-Community-Plattform mint-community.de wurde eine Gruppe eingerichtet, in der die Schülerinnen und Teilnehmenden über die Veranstaltung hinaus an ihren Ideen und Ansätzen weiterarbeiten können. Die vollständige Dokumentation der Veranstaltung und Auswertung der Ergebnisse werden zeitnah auf dem zdi-Portal.de veröffentlicht.

Erfolgreiche Veranstaltung mit vielen neuen Impulsen

Am Ende konnten die Organisatorinnen und Organisatoren der Workshops viele neue Ansätze für ihre Arbeit mitnehmen: „Uns ist klar geworden, dass wir Mädchen und Jungen ansprechen und aufklären müssen – nur so verändert sich etwas. Wir haben hier viele Ideen für zukünftige Formate mitgenommen!“. Auch die Schülerinnen waren begeistert: „Es hat sehr viel Spaß gemacht und vor allem die praktischen Versuche und Übungen „zum Anfassen“ haben mein Interesse an MINT gesteigert. Es war schön zu sehen, dass sich so viele Menschen für Mädchen einsetzen und nach unseren Erfahrungen gefragt haben“.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Pia Münstermann im Labor. © Pia Münstermann

Mädchenförderung

Vom zdi-Kurs ans Max-Planck-Institut: Pia Münstermann im Portrait

Monika Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands

Mädchenförderung

Interview: Monika Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes

Mädchenförderung

Mechatronikerin aus Leidenschaft – Sophie Charlotte Keunecke im Portrait