Spotlight-Story | Mehr Mädchen in MINT – Empfehlungen aus Gütersloh

Das zdi-Zentrum pro MINT GT hat 2016 begonnen, sich systematisch zum Thema Mädchen und MINT auszutauschen. Damals wurde der Erfahrungsaustausch „Mehr Mädchen in MINT“ gestartet, an dem sowohl zdi-Vertreter*innen als auch Lehrkräfte, die im Gespräch mit Schülerinnen standen, teilgenommen haben. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen wir hier vor.

Was genau können Lehrkräfte tun, um mehr Mädchen für MINT zu begeistern? Was wirkt und was nicht? Welche Wünsche und Vorstellungen haben Mädchen eigentlich zu dieser Thematik? – mit diesen Fragen haben sich die Teilnehmenden der Treffen in Gütersloh seit 2016 beschäftigt. Was zunächst als reiner Erfahrungsaustausch geplant war, wurde eine kleine „Forscher*innengruppe“. Das Team des zdi-Zentrums pro MINT GT hat Empfehlungen erarbeitet, die Erfahrungen engagierter Lehrkräfte widerspiegeln, welche mit wachen Augen auf Mädchen und Jungen schauen.

Auf der Grundlage von verschiedenen Studien, Workshops, einer NRW-weit durchgeführten Umfrage von Mädchen an zdi-Partnerschulen und praktisch erprobten Projekten haben sich zusammenfassend folgende Empfehlungen herauskristallisiert, die als Basis für konkrete Kooperationsprojekte zwischen Schulen, Unternehmen und Hochschulen herangezogen werden und wurden:

Sieben Empfehlungen für die Ansprache von Mädchen

Empfehlung 1 „Interdisziplinarität“: Bieten Sie interdisziplinäre Themen an! Mädchen finden das spannend! Vielleicht trauen sie sich MINT-Themen auch eher zu, wenn sie sich in einem der Felder sicherer fühlen. Verknüpfen Sie dabei gerne Sprache und MINT oder verbinden die bei Mädchen beliebte Naturwissenschaft Biologie mit Technik.

Empfehlung 2 „Kontext“: Mädchen interessieren sich für den Sinn! Setzen Sie MINT in sinnstiftende Kontexte! Verbinden Sie Themen wie Natur, Nachhaltigkeit, Krankheiten mit Technik, Chemie oder Mathematik.

Empfehlung 3 „Experimente / Exkursionen / praktisches Tun“: Begeistern Sie Mädchen über das Praktische Tun! Sie wollen selber machen und suchen die Anwendung! Dabei arbeiten sie gerne in Gruppen. Gerne dürfen – neben den sinnstiftenden Themen (siehe Kontext) – auch die etwas klischeehaften Mädchenthemen wie z. B. Kosmetik vorkommen. Die Mädchen fühlen sich davon angesprochen. Es muss ja nicht dabei bleiben.

Empfehlung 4 „Ermutigung“: Ermutigen Sie als Lehrkraft besonders die Mädchen sich für MINT zu entscheiden! Mädchen brauchen diese Ermutigung mehr als Jungen.

Empfehlung 5 „Eltern“: Sprechen Sie früh mit Eltern! Sie sind wichtig! Sie begleiten ihre Kinder oft entscheidend bei der Berufswahl. Sollte aus Kapazitätsgründen eine explizite Elternarbeit seitens des zdi-Netzwerks nicht möglich sein, wäre eine Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro im Rahmen von KAoA eine Möglichkeit, auch Eltern zu erreichen.

Empfehlung 6 „MINT-Mädchen als Multiplikatorinnen“: Lassen Sie Mädchen des MINT-Wahlpflichtfachs oder aus MINT-Leistungskursen von ihren Erfahrungen erzählen! Bringen Sie diese Mädchen mit jüngeren Mädchen in MINT-AGs, -Projekten oder zu anderen MINT-Aktivitäten zusammen! So sinkt die Hemmschwelle und Vorurteile lassen sich leichter ausräumen. Vorbilder dieser Art machen auch Mut.

Projektbeispiel: Biochemie und Produktentwicklung

Das zdi-Zentrum hat eine Kooperation zwischen dem Schülerlabor Biochemie der von Zumbusch-Gesamtschule Herzebrock-Clarholz und einer regionalen Brauerei initiiert. Die sogenannte MINT-Botschafterinnen-Gruppe, die als Idee aus dem Arbeitskreis entstanden ist, soll hierbei als exemplarisches Projekt eine neue Limonade und damit ein mögliches neues Geschäftsfeld für die Brauerei nach eigenen Geschmacksvorstellungen entwickeln. Das Projekt soll zeitnah starten und dann als BSO-Maßnahme umgesetzt werden.

Projektbeispiel: Biochemie und Produktentwicklung

Das zdi-Zentrum hat eine Kooperation zwischen dem Schülerlabor Biochemie der von Zumbusch-Gesamtschule Herzebrock-Clarholz und einer regionalen Brauerei initiiert. Die sogenannte MINT-Botschafterinnen-Gruppe, die als Idee aus dem Arbeitskreis entstanden ist, soll hierbei als exemplarisches Projekt eine neue Limonade und damit ein mögliches neues Geschäftsfeld für die Brauerei nach eigenen Geschmacksvorstellungen entwickeln. Das Projekt soll zeitnah starten und dann als BSO-Maßnahme umgesetzt werden.

Ansprechpartner zum Austausch

zdi-Zentrum pro MINT GT
ppa. Matthias Vinnemeier
Telefon: 05241 851091
m.vinnemeier@prowi-gt.de

Wer sich noch mehr über das Thema Mädchen und MINT informieren möchte, sollte sich unsere zdi-Heldinnen anschauen: Mädchen, Wissenschaftlerinnen, Unternehmerinnen berichten, was sie an MINT begeistert. Und zdi-Netzwerke geben wichtige Tipps für die Ansprache junger Frauen. Hier geht es zum zdi-Heldinnen-Oktober.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Mädchenförderung

Bühnentechnikerin Maria Sperl im Portrait

Mädchenförderung

zdi-Heldinnen-Oktober & Fachtag widmen sich MINT-Mädchen

Mädchenförderung

Berge in den Köpfen versetzen, nicht nur auf der Baustelle