MINT-Frauen und -Mädchen gestalten die Zukunft – Ein Rückblick


5 Wochen, über 40 zdi-Heldinnen und 7 Takeover von MINTfluencerinnen – der zweite zdi-Heldinnen-Oktober hat einmal mehr gezeigt, dass sich die zdi-Community mit Nachdruck für MINT und Mädchen einsetzt. Nach Abschluss der landesweiten Kampagne ist es an der Zeit, Resümee zu ziehen und aus unseren Erfahrungen zu lernen, um im zdi-Heldinnen-Oktober 2021 noch mehr Mädchen und junge Frauen erreichen zu können. Folgende Fragen stellen sich uns: Was nehmen wir mit aus dem Kampagnen-Monat? Welche positiven und negativen Erfahrungen konnten wir sammeln? Und: Was können wir künftig noch besser machen?

Im gesamten Monat Oktober standen persönliche Geschichten, Projekte und Kurse rund um Mädchen und junge Frauen im Fokus. Übergeordnetes Ziel der Aktion war es, die Vielfalt in MINT zu fördern sowie den zdi-Netzwerken, die sich bereits seit 15 Jahren im Bereich MINT und Mädchen engagieren, mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Denn für uns bei zdi.NRW ist die geschlechterspezifische Nachwuchsförderung keineswegs Neuland.

Die Idee: Vielfalt zeigen und Mädchen aktivieren

Das übergeordnete Ziel des zdi-Heldinnen-Oktobers 2020 war es, Mädchen und junge Frauen dabei zu unterstützen, selbstbewusst und mit viel Freude im MINT-Bereich aktiv zu sein. Ganz konkret wollten wir dabei nicht nur das Engagement der zdi-Netzwerke und -Schülerlabore im Bereich MINT und Mädchen hervorheben, sondern vor allem den vielen MINT-begeisterten Frauen und Mädchen aus NRW und ganz Deutschland ein Sprachrohr bieten, damit sie ihre spannenden Geschichten erzählen und sich untereinander austauschen können.

Als Kenngröße spielt daher die Reichweite unserer Beiträge in den Sozialen Medien, insbesondere auf Instagram als Hauptkanal für die Kampagne, eine wichtige Rolle. Um den Erfolg zu messen, haben wir am Ende der Kampagne folgende Zahlen ausgewertet: Anzahl der Abonnenten, Anzahl der Likes der Beiträge, Anzahl der Interaktionen mit der Community. Im Vergleich zum zdi-Heldinnen-Oktober 2019 ist die Interaktionsrate um 60% gestiegen – worauf wir sehr stolz sind. Denn viele Interaktionen sorgen für mehr Reichweite.

Ein weiterer Indikator für den Erfolg der Kampagne waren die Reaktionen der MINT-Community: Melden sich Mädchen und Frauen, um mitzumachen und sich zu beteiligen? Reagieren andere MINT-Initiativen? Entstehen Kooperationen aufgrund der Kampagne? Dieses Engagement lässt sich qualitativ erfassen und wirkt langfristiger nach. Werfen wir nun also einen Blick auf die einzelnen Teilbereiche der Kampagne.

Die Umsetzung: Unsere Aktionen

In den Sozialen Medien berichteten die zdi-Heldinnen von ihren Erfahrungen im MINT-Bereich

Wie auch im letzten Jahr war ein zentraler Teil unserer Kampagne die Polaroid-Aktion, bei der sich jeden Tag eine Frau vorstellt, die sich mit MINT beschäftigt. Das Ziel der Polaroid-Aktion war es, MINT-interessierten Mädchen Vorbilder an die Hand zu geben, denn wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass ein enger Zusammenhang zwischen sichtbaren Vorbildern und einem nachhaltigen Interesse von Mädchen an MINT-Fächern und -Berufen besteht.

Insgesamt 40 zdi-Heldinnen haben uns verdeutlicht: Nicht nur MINT ist vielseitig, auch die Frauen, die im MINT-Bereich arbeiten, könnten unterschiedlicher nicht sein. Von der medial präsenten Technikjournalistin, die andere Frauen ermuntern will, ihrer MINT-Leidenschaft zu folgen, bis hin zur Chemielaborantin, die im Hintergrund an der Entwicklung neuer Medikamente mitwirkt – jede von ihnen kann Mädchen und junge Frauen inspirieren, die in ihrem eigenen Umfeld kein Vorbild im MINT-Bereich haben.

Aus diesem Grund berichtete einen Monat lang jeden Tag eine MINT-begeisterte Frau auf dem zdi-Instagram-Kanal @mintblogger, was sie antreibt und wie sie mit MINT die Zukunft gestalten will. Die große Begeisterung der Frauen für die Aktion spiegelte sich in den zahlreichen Einsendungen der Testimonials wider. Bei einem Thema waren sich alle Heldinnen einig: „Wir brauchen MINT, um uns weiterzuentwickeln und um jungen Menschen die Chance zu geben, mitzureden und mitzuentscheiden, wie die Zukunft aussehen soll.”, so auch zdi-Heldin Stefanie Geistert. Die 40 zdi-Heldinnen haben ihre Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik geteilt und deutlich gemacht, welches Potenzial in MINT steckt. Beteiligt haben sich Frauen aus einer Vielzahl an MINT-Berufen: Von der Astrophysikerin über die Holz-Mechanikerin bis hin zur Geschäftsführerin eines IT-Systemhauses oder Chemiedoktorandin. Dabei haben all diese Vorbilder eines gemeinsam: Sie zeigen, wie gut Frauen zu MINT passen. Dieses Selbstverständnis sollte durch die landesweite Kampagne transportiert werden und Mädchen und jungen Frauen Mut geben, ebenfalls im MINT-Bereich Fuß zu fassen. Interessierte Mädchen konnten durch die Platzierung der zdi-Heldinnen in den Sozialen Medien direkt erreicht werden.

MINTfluencerinnen und Institutionen unterstützen den zdi-Heldinnen-Oktober

Aktuelle Studien belegen, dass junge Menschen der Meinung von Influencer*innen große Bedeutung beimessen. Aus diesem Grund haben wir uns darum bemüht, auf Instagram mit MINTfluencerinnen zu kooperieren. 7 MINTfluencerinnen konnten wir für einen Takeover gewinnen – und zwar unentgeltlich. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn normalerweise werden Influencer*innen für solch ein Engagement entlohnt. So wurde der zdi-Heldinnen-Oktober tatkräftig von bekannten MINT-Frauen unterstützt, die auf unserem Instagram-Account von ihren Aktivitäten berichteten:

Folgende zdi-Heldinnen berichteten unter anderem von ihren MINT-Aktivitäten:

Stina.Biologista (über 9.300 Follower*innen auf Instagram). Stina ist Neurowissenschaftsstudentin und studiert aktuell in Schweden. Auf ihrem Instagram-Account berichtet sie ihren Follower*innen von ihrem Alltag als MINT-Frau.

technikfreundinnen: Auf dem Account der beiden jungen Frauen geht es darum, zu zeigen, wie spannend es ist, Dinge zu hinterfragen und einfach mal auszuprobieren. Sie sind Teil des gender2technik-Forschungsprojekt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und inspirieren junge Frauen in NRW, sich mit mit dem Thema Technikjournalismus auseinanderzusetzen.

Auch Institutionen wie Intombi for girls (Online Magazin von & für junge Frauen), der Girls’Day, das Projekt „Wir stärken Mädchen“ der deutschen Kinder und Jugendstiftung, MinTU (MINT Mentorinnen Projekt an der TU Dortmund) sowie „Komm mach MINT“ beteiligten sich mit einem Takeover am zdi-Heldinnen-Oktober. Durch diese prominente und unentgeltliche Unterstützung konnte die Reichweite der Aktion gesteigert werden und die Zusammenarbeit mit anderen engagierten MINT-Akteur*innen gestärkt werden.

Vor Ort und digital: Kurse im zdi-Heldinnen-Monat

Bauen, Programmieren, Experimentieren – Kurse, bei denen die Teilnehmer*innen hautnah erleben können, wie spannend MINT sein kann, sind das Herzstück der Aktion. Durch sie kommen viele Mädchen zum ersten Mal außerhalb des Schulunterrichts mit MINT in Berührung. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden mehr Herbstferienkurse denn je online statt. Aber auch zahlreiche Präsenzkurse wurden unter strengen Hygiene-Maßnahmen durchgeführt. Darunter auch einige Kurse und Workshops, die sich gezielt an Mädchen und junge Frauen richten. In Eschweiler konnten die Mädchen den Roboter B-O-B-3 bauen und programmieren, beim Projekt Girls4Future in Münster hatten Mädchen die Möglichkeit, eine eigene Solarsonnenblume zu bauen und im Rhein-Sieg-Kreis wurden die Teilnehmerinnen für einen Tag zu Technik-YouTuberinnen.

Hervorragende Arbeit im Bereich MINT und Mädchen: Die Spotlight-Stories

Wie kann man mehr Mädchen für MINT begeistern? Welche Konzepte und Ansätze gibt es hierzu bereits? Und wie schaffen es Unternehmen klischeefrei weiblichen Nachwuchs für sich zu gewinnen?

Mit all diesen Fragen beschäftigen sich die zdi-Netzwerke und -Schülerlabore schon seit Jahren. Manche von ihnen haben einen besonderen Fokus auf dieses Thema gesetzt und aus ihren Erfahrungen vielfältige Empfehlungen und Projekte entwickelt, die anderen als Orientierung und gutes Beispiel dienen können.

Deshalb haben wir im zdi-Heldinnen-Oktober ein Spotlight auf diese besonderen Konzepte, Ansätze und gelungenen Projekte gesetzt.

Vier Vorbilder: Wissenschaftlerinnen aus NRW berichten von ihrem MINT-Werdegang

Besonders in der Spitzenforschung sind Frauen unterrepräsentiert. So lag der Frauenanteil in der Forschung und Entwicklung in Deutschland im Jahr 2017 bei gerade mal 22,6% (Statista 2019). Die Anzahl der weiblichen Vorbilder für junge Frauen, die später in der Forschung tätig sein wollen, ist also begrenzt.

Um Mädchen und jungen Frauen dennoch Einblicke in den Alltag von Wissenschaftlerinnen zu ermöglichen, haben wir mit vier Wissenschaftlerinnen aus NRW gesprochen: Welche Motivation bringt Frauen in die Forschung? Wie erleben Sie es, als Wissenschaftlerin zu arbeiten? Und was geben Sie jungen Mädchen, die sich für MINT interessieren, mit auf den Weg? Diese und weitere Fragen haben sie uns im Zuge des zdi-Heldinnen Oktobers beantwortet.

Frauen in der Forschung waren im Oktober nicht nur bei zdi.NRW ein wichtiges Thema. Mit Andrea Ghez, Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna wurden in diesem Jahr gleich drei Frauen mit einem Nobelpreis ausgezeichnet – überraschend, wenn man bedenkt, dass der Frauenanteil bei Nobelpreisen nur 6 Prozent beträgt. Das nahm zdi.NRW zum Anlass, sich im Themendossier „Frauen und der Nobelpreis“ einmal etwas genauer mit der Rolle von Frauen im Wissenschaftsbetrieb zu beschäftigen.

Eine der größten Motivationen für Mädchen, sich mit MINT auseinander zu setzen, ist oftmals die praktische Anwendung und die Lösung von größeren Problemen, wie die Bekämpfung der Erderwärmung oder die Heilung von Krankheiten. Deshalb drehte sich im Instagram-Format MINTFakt diesen Monat alles um die Frage: Wie viel MINT steckt in der Medizin?

Das Fazit: Was wir aus dem zdi-Heldinnen-Oktober mitnehmen?

Die Beiträge zum zdi-Heldinnen Oktober wurden über 47.000-mal angesehen und 100 neue Follower*innen kamen in dieser Zeit auf Instagram dazu Der Blick auf die Zahlen zeigt: Die Kampagne war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Die Beiträge zum zdi-Heldinnen Oktober wurden über 47.000-mal angesehen und 100 neue Follower*innen kamen in dieser Zeit auf Instagram dazu. Auch die Resonanz auf den zdi-Heldinnen-Monat war durchweg positiv, was die vielen direkten Nachrichten und Rückmeldungen auf die zdi-Heldinnen-Stories verdeutlicht haben. Die gezielte Platzierung der Aktion in den Sozialen Medien hat eine nachhaltige Wirkung auch für die zdi-Netzwerke, da regionale Akteur*innen aus der zdi-Community ihre Geschichten über die sozialen Medien überregional teilen, sich vernetzen und austauschen konnten: Das zeigt, wie hoch das Bedürfnis einer Öffentlichkeit für das Thema ist. 

Neben den „reinen Zahlen“, die sich im Verlauf den Monats positiv entwickelt haben, ist es wichtig, dass eine Aktivierung der Community stattgefunden hat: Bereits nach wenigen Tagen stieg das Interesse von Mädchen, Frauen und anderen Akteur*innen, sich an der Kampagne zu beteiligen. So konnten in der letzten Woche des Oktobers täglich zwei zdi-Heldinnen platziert werden und es fanden insgesamt sieben Take-Over von Initiativen/MINTfluencerinnen statt – anstatt wie ursprünglich geplant „nur“ vier.

Auch langfristig sind im Jahr 2020 durch den Heldinnen-Oktober Kooperationen entstanden: So konnte das Projekt „Wir stärken Mädchen“ der Deutschen Kinder und Jugendstiftung als Partner gewonnen werden.

Es ist uns bewusst, dass ein Kampagnenmonat nicht ausreicht, um das Thema MINT und Mädchen langfristig präsent zu halten. Deshalb wollen wir in den nächsten Monaten regelmäßig auf das Thema hinweisen. Als schwierig hat es sich erwiesen, die Aktion in der regionalen und überregionalen Presse zu platzieren. Eine gesteigerte Sichtbarkeit der Aktion durch mediale Repräsentation würde dazu führen, dass noch mehr Mädchen, junge Frauen und Multiplikator*innen, die die Thematik weitertragen könnten, auf den Heldinnen-Oktober aufmerksam würden. Unser Ziel für das kommende Jahr ist es, frühzeitig und gezielt auf regionale und überregionale Medienschaffende zuzugehen. Auch auf dem zdi-Portal wurden die Blogbeiträge im Rahmen des zdi-Heldinnen-Oktobers leider nicht gut oder nur mäßig angenommen. Diese Beiträge dienen dazu, einen tieferen Einblick in diese wichtige Thematik, einen Blick hinter die Kulisse zu ermöglichen und sind wichtige Bausteine in unserer Arbeit. Nun gilt es, zu überlegen, wie wir diese geschriebenen Beiträge im kommenden Jahr attraktiver gestalten und besser platzieren können.

zdi.NRW bedankt sich bei allen, die den zdi-Heldinnen-Oktober so unvergesslich gemacht haben!

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