Girls’Day-Interview: „Nicht die Mädchen müssen sich ändern, sondern deren Umfeld“

Stereotype und Vorurteile beeinflussen direkt und indirekt die Berufswahl junger Menschen. Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten viele MINT-Akteur:innen gerade in Bezug auf die MINT-Mädchen-Arbeit zahlreiche Angebote entwickelt haben, lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Gender-Prägung zu werfen. Denn selbst die überzeugtesten MINT-Liebhaberinnen verstecken ihre Leidenschaft manchmal, wenn sie sich besonders weiblich fühlen wollen. Dr. Anneke Steegh, Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik hat mit zdi.NRW über Prägung, Gender und die Frage gesprochen, wie wir Angebote gestalten können, um alte Rollenstereotype zu verändern.

„Nicht die Mädchen sind das Problem, sondern deren Umfeld und die Gesellschaft.“ Mit dieser Aussage startet Dr. Anneke Steegh in die Antwort der Frage, was die zdi-Community beachten kann, wenn sie außerschulische MINT-Angebote für Mädchen konzipiert. „Gut gemeinte Angebote, die sich aber zu sehr an einem Defizit-Denken orientieren, sind nicht hilfreich. Vielmehr sollte es darum gehen, die Stärken der Mädchen zu nutzen.“

Dr. Anneke Steegh, IPN Kiel
Dr. Anneke Steegh, IPN Kiel

Im Gespräch mit zdi.NRW anlässlich des Girls’Day 2022 erläutert Steegh, dass Rollenvorbilder authentisch sein sollten, Kontexte insbesondere dann spannend sind, wenn sie zeigen, wie Forschung wirklich funktioniert. Und sie offenbart, dass sie ihre eigene MINT-Begeisterung manchmal versteckt. Vor allem aber plädiert sie dafür, Mädchen & MINT gemeinsam zu denken.

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