Erstes digitales zdi-BarCamp: Hygiene-Konzepte, neue digitale Ansätze und Finanzierung

Zum ersten Mal hat das jährliche zdi-BarCamp digital stattgefunden: Über 80 Vertreter*innen aus der zdi-Community diskutierten über die MINT-Nachwuchsförderung in NRW. Damit ist das digitale zdi-BarCamp das bisher größte Online-BarCamp zum Thema MINT-Nachwuchsförderung in NRW. Erörtert wurden vor allem die Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit mit Schulen sowie mit Unternehmen und weiteren Partnern, um Kindern und Jugendlichen spannende MINT-Angebote zu unterbreiten.

Vor allem wegen der Corona-Pandemie haben die zdi-Netzwerke und zdi-Schülerlabore ihre Vor-Ort-Kurse in den vergangenen Monaten ausgesetzt und verstärkt Online-Workshops wie digitale Escape Rooms oder Programmierkurse angeboten. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, wie erfolgreiche Online-Kurse gestaltet sein müssen. Neben technischen Herausforderungen müssen auch die naturwissenschaftlich-technischen Inhalte in ein digitales Format übertragen werden. Hier wurde in verschiedenen Sessions nach Lösungen gesucht. Außerdem thematisierten die Teilnehmenden die Sorge um die langfristige Finanzierung der Netzwerkarbeit – die auch aufgrund der Corona-Pandemie in manchen Regionen mit Sorgen betrachtet wird.

Coronaschutzverordnung bei Präsenzkursen einhalten

Besonders spannend war die Diskussion um die Einhaltung der Hygieneregeln bei Vor-Ort-Veranstaltungen. „Wir sehen, dass die zdi-Community gerne wieder Präsenzveranstaltungen planen möchte, aber aufgrund der Einschränkungen durch die Coronaschutzverordnung verunsichert ist“, sagt Magdalena Hein von der zdi-Landesgeschäftsstelle, die das zdi-BarCamp organisiert hat. „In der dazugehörigen Session wurden aber zahlreiche Ideen ausgetauscht und die Netzwerke und Schülerlabore haben sich gegenseitig geholfen, um Fragen zu klären. So soll ein BarCamp laufen!“

Online-Kurse: Hype oder „Stein der Weisen“?

Ebenfalls intensiv waren die Sessions, die sich rund um Online-Kurse gedreht haben. Vor allem die Frage, ob die derzeit neu angebotenen digitalen Kurse wohl nur ein Hype sind oder sich langfristig etablieren werden, trieb die Netzwerke um. In der entsprechenden Session trafen sich 34 Teilnehmerinnen – damit war dies die am meisten besuchte Runde. „Am Ende der Diskussion stand für die Gruppe fest: Corona hat den Startschuss gegeben“, sagt Heinz Stöckemann von der zdi-Landesgeschäftsstelle, der die Session moderierte. „Langfristig gehen die zdi-Netzwerke davon aus, dass sowohl Präsenzkurse als auch Online-Veranstaltungen angeboten werden sollten. Das bringt neue Herausforderungen mit sich: Blended Learning und natürlich die Frage, wie haptische Erfahrungen durch beispielsweise mobile Experimentierkästen mit digitalen Angeboten verbunden werden können.“ Dazu müssen sich die Mitarbeiter*innen und Dozent*innen in den Regionen nun weiter fortbilden, um digitale Kurse sowohl fachlich-didaktisch als auch technisch ansprechend umzusetzen. Hier zählen die Netzwerke vor allem auf die Kooperation untereinander: Diejenigen, die bereits gute Erfahrungen gemacht haben, unterstützen diejenigen, die noch ganz am Anfang stehen in Sachen Online-Kurse.

Auch im BarCamp wurden Beispielprojekte vorgestellt, bei denen unter anderem Nils Reuter vom zdi-Zentrum Hamm das Tool „Discord“ erläuterte. Zudem beschäftigte sich eine Session mit den Möglichkeiten, haptische Erfahrungen mit Web-Kursen zu verbinden. Denn 15 Jahre zdi.NRW zeigen: Begeisterung entsteht durch Experimentieren und echtes Forschen. Das ist ohne Ausrüstung zuhause für die Jugendlichen deutlich schwieriger als in den über 70 zdi-Schülerlaboren, in denen es unterschiedliche Geräte gibt – vom 3D-Drucker bis zum Chemie-Labor. Ausgeliehene Materialien sind eine Art, um den Schülerinnen und Schülern auch zuhause etwas zum Begreifen zu geben – hier wiederum schließen sich Fragen zur späteren Reinigung und zum Versand an. In der Session stellten Klaus Trimborn vom zdi-Netzwerk IST.Bochum sowie Chrissoula Toulido vom zdi-Zentrum KReMINTec ihre erfolgreichen Lösungsansätze vor.

Hinter den Kulissen: Moderationsstudio der zdi-Landesgeschäftsstelle

Auch die zdi-Landesgeschäftsstelle, die im Auftrag des NRW-Wissenschaftsministeriums die Veranstaltung organisiert hatte, hatte sich mit der Frage nach einer haptischen Verbindung zwischen den Teilnehmenden befasst: Als Ergebnis bekam jede*r BarCamp-Teilnehmer*in vorab ein Päckchen geschickt, in dem sich neben einem alkoholfreien Cocktail zum Anstoßen auch ein USB-Ventilator – immerhin war es ein sehr heißer Sommertag – sowie ein Putz-Set für Bildschirme befand. So konnten alle für den nötigen Durchblick sorgen.

Um den Teilnehmenden einen professionellen Rahmen zu bieten, hat die zdi-Landesgeschäftsstelle für die Moderation zudem ein Live-Studio aufgebaut. Magdalena Hein führte empathisch durch die fünfstündige Veranstaltung – immer die BarCamp-Teilnehmer*innen im Blick.

Fazit: Trotz der physischen Distanz ein ganz enger Austausch der zdi-Community

Nach fünf intensiven Stunden in der Web-Konferenz zeigten sich alle Teilnehmer*innen zufrieden: In insgesamt elf Sessions tauschten sich die zdi-Netzwerke und zdi-Schülerlabore aus, planten gemeinsame neue Projekte, gaben der zdi-Landesgeschäftsstelle frische Ideen mit auf den Weg. Am Ende stand für die meisten fest: Trotz der Corona bedingten physischen Distanz hat das zdi-BarCamp einen ganz engen und persönlichen Austausch der zdi-Community ermöglicht.

Die zdi-Landesgeschäftsstelle sagt „Danke!“ an alle, die sich am zdi-BarCamp beteiligt haben und mit uns die Reise ins WWW gewagt haben. Es war ein großartiger Tag mit Euch!

Das erste digitale zdi-BarCamp in Bildern:

Noch mehr BarCamp gefällig? Hier geht es zum zdi-BarCamp 2019.

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