Drei zdi-Akteur:innen mit dem LeLa-Preis ausgezeichnet

Jungen Menschen außerhalb der Schule MINT-Bildung und Berufs- und Studienorientierung ermöglichen – einen wichtigen Beitrag hierzu leisten über 400 Schülerlabore in ganz Deutschland. Selbst in Zeiten der Covid19-Pandemie werden Angebote bereitgestellt, die eine wertvolle Ergänzung zum Homeschooling bieten. Für ihren Einsatz, Ideenreichtum und Kreativität wurden in diesem Jahr zehn Schülerlabore mit dem „LeLa-Preis“ ausgezeichnet, mit dem der Bundesverband der Schülerlabore e.V. bereits zum zweiten Mal herausragende Leistungen seiner Mitglieder würdigt. Zu den diesjährigen Gewinnern gehören auch zwei zdi-Schülerlabore und ein Programm, das von dem zdi-Zentrum ANTalive gefördert wird. Ein wesentliches Kriterium bei der Preisvergabe ist es, dass die prämierten Angebote auch von anderen Schülerlaboren genutzt werden können.

Mit dem zdi-Schülerlabor KITZ.do einen Mars-Rover selber bauen

In der Rubrik „Schülerlabor digital“ erhielt das zdi-Schülerlabor KITZ.do aus Dortmund den ersten Platz mit einem kostenlosen Online-Angebot zum Selbstbau eines Mars-Rovers in 3D-Drucktechnik und 5.000 Euro Preisgeld.

KITZ.do Mars Rover

Das Angebot umfasst neben YouTube-Tutorials alle Druckdateien zum selbstständigen Ausdrucken der Bauteile mit einem 3D-Drucker und eine Materialliste für elektronische Module. Das Besondere an diesem Angebot ist, dass je nach Altersgruppe, Vorkenntnissen und Kreativität der Mars-Rover individuell gestaltet werden kann. Hat man keinen 3D-Drucker zur Verfügung, können die Bauteile durch Produkte aus dem Baumarkt ersetzt werden.Dr. Ulrike Martin, die Leiterin des KITZ.do, bestärkt der LeLa-Preis vor allem in ihrer Motivation, weitere spannende Projekte zu initiieren: „Wohl wissend, dass gerade in der derzeitigen Ausnahmesituation Bildung ein wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft ist, haben wir uns viele neue, teils digitale Angebote ausgedacht, denn wir wollten mehr als nur Online-Workshops anbieten. So entwickelten wir ein Tutorial zum Eigenbau eines Mars-Rovers. Dass wir diesen Preis bekommen haben, ist für uns eine tolle Bestätigung und weiterer Ansporn für unsere Arbeit.“

Mit Haaren gegen die Ölkatastrophe im zdi-Schülerlabor teutolab-chemie

Der zweite Platz in der Rubrik „Experiment des Jahres“ und 3.000 Euro Preisgeld gingen an das zdi-Schülerlabor teutolab-chemie an der Universität Bielefeld. In dem Kurs „Mit Haaren gegen die Ölkatastrophe“ werden verschiedene Absorptionsmittel bei Ölverschmutzungen untersucht werden.

Der Kurs wurde andockend an die Ölkatastrophe vor Mauritius 2020 entwickelt. Durch verschiedene Experimente können sich die Schüler:innen einen geeigneten Weg zur Reinigung des verunreinigten Wassers erarbeiten und dabei das verschmutzte Wasser quantitativ analysieren. So wird die Relation zwischen eingesetzter Adsorptionsmenge und aufgenommener Menge an Öl deutlich. Mit hoher Aktualität und Relevanz wird den Schüler:innen ein Bewusstsein für die Themenfelder „Wassermangel“ und „Wasserreinigung“ vermittelt und ihnen aufgezeigt, welche positiven Effekte man mit MINT auch im Bereich Umweltschutz bewirken kann.

Schülerlabor CAMMP – Probleme lösen mit mathematischer Modellierung

Das Schülerlabor CAMMP an der RWTH Aachen, das unter anderem vom zdi-Zentrum ANTalive gefördert wird, gewann in der Rubrik „MINT-Bildung von Lehrkräften“ den ersten Platz. Anhand des Projektes wird die computergestützte, mathematische Modellierung erfolgreich in die Lehramtsausbildung integriert.

Das Projekt besteht aus einzelnen Kursen, in denen die teilnehmenden Schüler:innen gemeinsam mit ihren Lehrer:innen aktiv in das Problemlösen mit Hilfe von mathematischer Modellierung und Computereinsatz einsteigen. Bei den zu untersuchenden Problemen handelt es sich um echte Fragestellungen aus Alltag, Industrie oder Forschung. So setzen sich die Schüler:innen beispielsweise mit der Mathematik hinter dem Empfehlungsalgorithmen von Netflix, Amazon und Co. auseinander, verstehen wie der Google-Suchalgorithmus funktioniert oder optimieren für Fluggesellschaften den Boardingprozess.

zdi-Session bei der LeLa-Jahrestagung 2021

Der „LeLa-Preis“ wurde dieses Jahr digital bei der ersten online stattfindenden LeLa-Jahrestagung überreicht. Bei der mehrtägigen Tagung kommen jedes Jahr Schülerlabore aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, um zu netzwerken und sich in Sessions und Talks über neue Ansätze und innovative Projekte auszutauschen.

Ganz nach dem Motto der diesjährigen LeLa-Jahrestagung: „Interessieren – fördern – beraten: Wie berufs- und studienorientierend sind Schülerlabore?“ hielt das zdi-Zentrum MINT-Netzwerk Essen eine Session zum Thema „Berufs- und Studienorientierung über die Bionik“ ab. In der Session wurde das EFRE-zdi-geförderte Projekt „Von der Natur lernen: Bionische Konstruktion & 3D-Druck am Beispiel des Gesundheitshandwerks“ vorgestellt. Mit Experimentiersets können Schüler:innen, Auszubildende und Studierende einen Einblick in Biologie und Technik bekommen. Dadurch, dass Bionik viele wichtige MINT-Aspekte beleuchtet, bieten sich viele Chancen, das Interesse für verschiedene MINT-Bereiche zu wecken.

zdi-Schülerlabore sind häufig als Sessiongeber auf der LeLa-Jahrestagung vertreten. Hier kann die zdi-Community ihre Arbeit präsentieren, Erfahrungen aus 15 Jahren MINT-Förderung teilen und hat die Möglichkeit Impulse zu geben, die auch weit über NRW hinaus inspirieren. Mit dem „LeLa-Preis“ wird vor allem eins ausgedrückt: Die Wertschätzung der hervorragenden Arbeit, die Schülerlabore bei der außerschulischen Bildung, besonders während der Corona-Pandemie, jeden Tag leisten. 

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