15 Jahre zdi: 2012 | Das Haus der kleinen Forscher – Eine Kooperation entlang der Bildungskette

„Ihr könnt das Schneckenhaus nicht einfach mitnehmen. Die Schnecke kommt vielleicht noch zurück und findet ihr Haus nicht mehr.“ „Aber wie können wir sonst herausfinden, ob es in einem Schneckenhaus eine Küche gibt?“ – Der Forschungsdrang von Kindern ist allumfassend und unersättlich. Durch Beobachtungen in ihrem Alltag stellen sie, für Erwachsene, die ungewöhnlichsten Fragen. „MINT Bildung entlang der Bildungskette“ ist einer der Leitsätze von zdi. Erfolgreiche MINT Bildung beginnt bereits im Kindergarten und mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ seit 2012 steht zdi ein starker Partner zur Seite, der dabei hilft diesen Leitsatz umzusetzen. 

„Das Haus der kleinen Forscher ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich bereits seit 2006 bundesweit für eine gute frühkindliche Bildung einsetzt. Unser Ziel ist es Mädchen und Jungen bereits ab dem Kindergarten für die Zukunft stark zu machen und sie zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.“, sagt Natalie Tadros, die die Beraterin der lokalen Netzwerkpartner vom Haus der kleinen Forscher in NRW ist. „In den vergangenen Jahren haben wir auch in zdi-Netzwerken engagierte Partner finden können. Angefangen hat diese Kooperation in den Netzwerken mit dem zdi-Zentrum Kamp-Lintfort der Hochschule Rhein-Waal im Jahr 2012.“

Als Haus der kleinen Forscher liegt der Fokus der Kursinhalte auf Kindern im Kindergarten und der Grundschule. In den Netzwerken erhalten Erzieher:innen und Lehrer:innen von der Stiftung Material, dass zur Arbeit mit den Kindern verwendet werden kann. „Im Fall von zdi-Netzwerken bedeutet das, dass das Netzwerk weniger Zeit aufwenden muss die Fortbildungen für Erzieher:innen und Lehrer:innen vorzubereiten und mehr Zeit hat, seinen anderen Aufgaben nachzugehen.“ Das bei der Arbeit mit Kindergarten- und Grundschulkindern die ungewöhnlichsten Fragestellungen aufkommen können, dürfte jedem bewusst sein. „Ich selbst bin zwar nicht bei der Durchführung der Kurse dabei“, sagt Natalie Tadros. „Aber über die Jahre bekommt man die ein oder andere Geschichte mit. Meine liebste Geschichte habe ich von einer Kindergärtnerin erzählt bekommen, in der es um ein Schneckenhaus ging.“ 
 
In Kursen vom Haus der kleinen Forscher werden die Kinder dazu ermutigt eigenständig ihre Umwelt zu erforschen. Manchmal kommt es aber auch vor, dass die Kinder ohne ein vorbereitetes Projekt eine eigene Forschungsfrage entwickeln, wie im Fall des Schneckenhauses, das Natalie Tadros ansprach. „Die Kinder in der Kindergartengruppe hatten beim Spielen ein Schneckenhaus gefunden und sich die Frage gestellt, ob es in einem Schneckenhaus auch eine Küche gibt.“ In solchen Situationen regen dann die Erzieher:innen und Lehrer:innen diesen Entdeckertrieb weiter an. Die Initiative soll dabei aber weiterhin von den Kindern ausgehen.  

MINT für die Kleinsten 

Die Kinder haben sich das Innere des Schneckenhauses angesehen und konnten dadurch ihre Fragestellung eigenständig beantworten. Die Reaktion darauf, dass sie keine Küche finden konnten waren sehr unterschiedlich. Von „Ich habe doch gesagt, dass da keine Küche drin ist, weil das Schneckenhaus viel zu klein ist.“ Bis hin zu „Natürlich ist da keine Küche drin, wenn die Schnecke ausgezogen ist. Die wird sie dann mitgenommen haben.“ war wohl alles dabei. Die Kinder sollen sich auf Basis ihres eigenen Vorwissens neue Erkenntnisse eigenständig erarbeiten. Die Kurse und Workshops der Stiftung bereiten die Erzieher:innen und Lehrer:innen darauf vor in solchen Situationen die richtigen Impulse bei den Kindern zu setzen, damit diese ihre Fragestellung weiter erforschen können. 

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ist in ganz Deutschland aktiv und setzt ihre Inhalte in allen Bundesländern gleichermaßen um. In NRW überschneiden sich die Aufgabenbereiche vom Haus der kleinen Forscher und zdi, weshalb sich beide Initiativen dazu entschlossen haben sich über das gegenseitige Vorgehen informieren. „2014 haben sich zdi und die Stiftung im heutigen Ministerium für Kultur und Wissenschaft getroffen, um die Details dieser Kooperation festzulegen.“

Stand 2019 arbeiten 27 zdi-Netzwerke mit dem Haus der kleinen Forscher zusammen. Die Art und Weise der Zusammenarbeit hängt von der Zielgruppe der einzelnen Netzwerke ab. Während einige Netzwerke mit einem Haus der kleinen Forscher in der Region kooperieren, haben andere Netzwerke, wie zum Beispiel das Netzwerk im Kreis Borken, ein eigenes Haus der kleinen Forscher gegründet. 

Ein eigenes Haus für die kleinsten Forscher:innen

In Bochum betreibt die Sternwarte ein eigenes Haus der kleinen Forscher und ist nebenbei auch Partner des lokalen zdi-Netzwerks. Für alle Interessent:innen, die ein eigenes Haus der kleinen Forscher aufbauen wollen hat Natalie Tadros den ein oder anderen Vorschlag. „Suchen Sie sich Mitstreiter. Schauen Sie sich in ihrem persönlichen Umfeld nach Leuten oder Institutionen um, mit denen Sie die Aufgabenlast teilen können. Wenn man allein versucht, ein Haus der kleinen Forscher aufzubauen, kann die Aufgabenmenge am Anfang sehr erschlagend wirken. Wenn man aber die Aufgaben auf mehrere Personen verteilt, wird der Aufgabenberg übersichtlicher und besser zu handhaben. Treten Sie mit anderen Netzwerken in Kontakt, die bereits Haus der kleinen Forscher geworden sind und profitieren Sie von diesem Erfahrungsschatz.“.

Haus der kleinen Forscher

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Ansprechpartnerin zdi

Magdalena Hein

Telefon
0211 75707-19
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Ansprechpartnerin „Haus der Kleinen Forscher“

Natalie Tadros

Telefon
030 275959-222
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