15 Jahre zdi | 2011: Gute Praxis – Was können wir voneinander lernen?

Die achtjährige Lisa ist gänzlich vertieft in die Montage des Batteriehalters für den Fleckiflitzer, ein selbstgebautes Räderfahrzeug. Ihre kleinen Hände drehen geschickt zwei Schrauben in die Platte. Dann schaut sie auf und ihr Blick verrät Zufriedenheit und ein wenig Stolz. Nun fehlen nur noch ein paar Arbeitsschritte und der Fleckiflitzer ist fertig. Beim abschließenden Flecki-Rennen auf dem Schulhof herrscht Aufregung. Die Schüler*innen platzieren ihre Flitzer an der Startlinie. Manche der kleinen batteriebetriebenen Fahrzeuge sind knallbunt und mit ein paar Extras verziert. Lisa hat ihren Fleckflitzer eher schlicht gehalten. Dafür darf auf ihrem Gefährt das Maskottchen Flecki Platz nehmen.

Die hier beschriebene Aktion ist typisch für viele zdi-Maßnahmen: begeisterte und neugierige Schülerinnen lösen eine MINT-Herausforderung. Bevor sich dies so abspielen kann, sind allerdings eine gute Planung oder ein didaktisches Konzept notwendig. Und davon gibt es in der zdi-community hunderte Beispiele! Daher wurde 2011 die “Gute Praxis” bei zdi ins Leben gerufen. Ziel ist es, dass Koordinatorinnen voneinander lernen und ihr Angebot gemeinsam weiter verbessern. Zwei Beispiele guter Praxis möchten wir hier vorstellen.

Grundschüler*innen bauen einen Fleckiflitzer

Gute zdi-Praxis

Was machen andere zdi-Netzwerke und Schülerlabore, womit sind sie besonders erfolgreich?
In unserer Reihe „Gute Praxis“  präsentieren wir der zdi-community besonders erfolgreiche Projekte, die zur Nachahmung oder Ideenfindung motivieren sollen.

Außerdem beobachtet die zdi-Landesgeschäftsstelle seit 2010 kontinuierlich die Arbeit in den Netzwerken. Das Monitoring ist ein wichtiger Baustein bei der Unterstützung der zdi-Netzwerke durch unsere Regionalbetreuer*innen. Überdies bildet das Monitoring zusammen mit den Statusgesprächen die Grundlage für die Erteilung des zdi-Qualitätssiegels

Gute Praxis in Unna: MINT-Experimentierboxen für Grundschulen

Fleckflitzer begeistert Grundschüler*innen – Erfolgsgeschichte seit mehr als 15 Jahren

Den technischen Spaß für Grundschüler*innen ermöglicht das zdi-Netzwerk Perspektive Technik nun schon seit mehr als 15 Jahren. Zusammen mit der Stiftung Weiterbildung Kreis Unna entwickelte das Netzwerk ein Online-Verleihsystem für MINT-Experimentierboxen an Grund- und weiterführenden Schulen. Besonders erfolgreich ist das Angebot für Grundschüler*innen der dritten und vierten Klasse: die Fleckie-Reihe. Um dieses Angebot von anderen Maßnahmen zu unterscheiden, erwählte man ein Maskottchen – einen Hund namens Flecki. Es gibt vier Flecki-Experimentiersets: „Fleckiflitzer“, Forschen mit Flecki“, „Fleckis Milchlabor“ und „Flecki macht das Licht an“. Über ein Online-Buchungsportal können diese ausgeliehen werden. Dabei ermöglichen begleitende Fortbildungen für Lehrkräfte und die Begleithefte die unabhängige Nutzung der Experimentiersets an den Schulen.

Das Experimentierset Fleckflitzer

Der Fleckiflitzer hat einen eigenen YouTube-Kanal

Matthias Müller, Koordinator des zdi-Netzwerks Perspektive Technik in Unna, schätzt, dass mittlerweile die Hälfte aller Grundschulen im Kreis Unna mindestens einmal mit einem der vier Flecki-Module gearbeitet hat. Dabei ist der Fleckiflitzer das beliebteste Modul. Grob geschätzt wurden im Kreis Unna um die 1000 Fleckiflitzer von Grundschüler*innen gebaut. „Die Flecki-Projekte eignen sich hervorragend, um spielerisch und mit Spaß an Technik, Naturwissenschaft und Handwerk heranzuführen“ stellt Müller zufrieden fest. Dieser Ansatz gefiel auch der Jury der Google Impact Challange; 2016 gehörte das Flecki-Projekt zu den 100 Gewinnern. Mit dem Preisgeld von 10.000 Euro hat das Netzwerk eine YouTube-Reihe erstellt, Flecki TV. Dort findet sich auch eine mehrstufige Anleitung zum Bau des Flecki-Flitzers.

Gute Praxis in Gütersloh – Der MINT-Mitmachtag begeistert seit zehn Jahren Jung und Alt

Wer sich in den vergangenen Jahren auf dem MINT-Mitmachtag in Gütersloh umgeschaut hat, ist aus dem Staunen kaum wieder raus gekommen. Denn hier tummeln sich jedes Jahr über viertausend Menschen: Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und Interessierte. Und alle teilen die Leidenschaft für MINT! Über 50 Akteure aus der Region (re-)präsentieren im Rahmen einer Ausstellung und eines Bühnenprogramms eine Vielzahl an MINT-Themenfeldern und -Berufen. Leider findet der MINT-Mitmachtag aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht statt.

Breites Angebot für Jung und Alt

Ein Blick zurück ins Jahr 2019. Es ist November. Auf dem großräumigen Gelände des Carl-Miele-Berufkollegs stehen Schüler*innen an Firmenständen, um sich über einen technischen Beruf oder einen naturwissenschaftlichen Studiengang zu informieren. Kontakte werden geknüpft und ausgetauscht. Andere Besucher*innen beteiligen sich an einem der vielen Workshops, in denen sie Naturwissenschaften und Technik ganz praktisch erleben können. Hier können die Besucher*innen des MINT-Mitmachtags zum Beispiel ein E-Modell-Auto der Zukunft bauen oder gemeinsam mit den YouTubern von LekkerWissen lernen, wie man in kürzester Zeit seine eigenen Science-Videos schneidet.

Junge Besucher*innen des MINT-Mitmachtages in Gütersloh programmieren einen Roboter

Eine besondere Attraktion ist in jedem Jahr die Bühnenshow. Hier präsentieren sich unter anderem Heckers Hexenküche, ein Hacking Labor oder WDR5 – Quarks und die Stereotypen. 
Auch die hiesigen Unternehmen und Universitäten kommen auf ihre Kosten, denn schon heute lernen sie den MINT-Nachwuchs von morgen und übermorgen und somit potenzielle Studierende, Auszubildende und Arbeitskräfte kennen.

Erfolgsgeschichte zum Nachahmen

Vor zehn Jahren organisierte das zdi-Zentrum MINT GT Kreis Gütersloh gemeinsam mit dem Carl-Miele-Berufskolleg für Technik des Kreises Gütersloh den MINT-Mitmachtag zum ersten Mal.
Matthias Vinnemeier, Koordinator des zdi-Zentrums MINT GT Kreis Gütersloh, blickt nicht ohne Stolz auf die Anfänge des MINT-Mitmachtages zurück: „Passend zum 15-jährigen Jubiläum der zdi-Gemeinschaftsoffensive  konnten auch wir im vergangenen Jahr unseren inzwischen schon 10. MINT-Mitmach-Tag im Kreis Gütersloh feiern. Rückblickend sind wir tatsächlich ganz klein mit etwa 400 Besuchern gestartet und sind fortan stetig gewachsen: auf rund 4.000 Besucher und über 50 Aussteller im Jahr 2019!“. Die Begeisterung und Neugier der jungen Menschen sind für alle an der Organisation der Veranstaltung Beteiligten ein wahre Freude. „Ebenso freut es uns ganz besonders, dass im engen Austausch zwischen anderen zdi-Netzwerken und uns auch in anderen zdi-Regionen ähnliche Veranstaltungsformate entstanden sind. Auch dort werden viele Kinder und Jugendliche über Spaß und Spannung für den MINT-Bereich begeistert!“.

So war es 2018 auf dem MINT-Mitmachtag 2018! 

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Zurück zur achtjährigen Lisa: am Ende hat ihr Fleckiflitzer nicht gewonnen. Aber das trübt ihre Stimmung kein bisschen. Wichtig ist, dass ihr Flitzer fährt und sie nun weiß, wie das funktioniert.

Und wir setzen uns dafür ein, dass noch viele Schüler*innen diese Erfahrung machen dürfen. – Schauen Sie bei unseren Beispielen für gute zdi-Praxis vorbei!

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