15 Jahre zdi: 2008 | zdi-Roboterteam beim Weltfinale der First Lego League

Das Roboterteam der Ketteler Realschule in Hopsten reckt den gelben Lego-Pokal in die Luft – nach 14 Monaten harter Arbeit halten sie im Murphy Ballroom im Georgia World Conference Center in Atlanta den „Quality Design Award“ der First Lego League in den Händen. Für uns hat Reiner Scholz, Teammitglied der „Alleskönner?!“, den Schuhkarton voll mit Fotos, Andenken und dem Pokal vom Dachboden geholt.

„Ich hatte schon immer großes Interesse an Technik.“, erinnert er sich. „Als Kind haben mir meine Eltern deshalb Lego Technik-Sets geschenkt, mit denen ich viel meiner Freizeit verbrachte.“ Als er dann 2007 hörte, dass es an seiner Schule eine Roboter AG gab, hat er sich und seinen Cousin sofort angemeldet.

Im gleichen Jahr hatte Ulrich Berk, Coach des Alleskönner?!-Teams, grade die Leitung der Roboter-AG der Ketteler-Realschule in Hopsten übernommen. Zusammen mit den fünf Mädchen und drei Jungen begann er sofort mit den Vorbereitungen für ihren ersten Wettbewerb: den zdi-Roboterwettbewerb, der 2007 zum zweiten Mal stattfand. Hierfür verbrachte das Team fast seine gesamte Freizeit mit dem Bauen, Programmieren und Testen von „Bruno“, wie es seinen Roboter taufte. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir nach der Schule und auch oft am Wochenende stundenlang an unserem Roboter gewerkelt haben. Unser Lehrer, Herr Berk, war immer sehr engagiert und vertraute uns sogar soweit, dass wir einen eigenen Schlüssel zum Schulkeller hatten“, so Scholz.

Das Team "Alleskönner?!" der Ketteler Realschule Hopsten mit Coaches Ulrich und Hannelore Berk.
Das Team „Alleskönner?!“ der Ketteler Realschule Hopsten mit Coaches Ulrich und Hannelore Berk.

Die Reise der Alleskönner?!: Deutschland, Norwegen und die USA

Beim zdi-Roboterwettbewerb holten sie dann einige Monate später ihren ersten großen Sieg, mit dem sie sich zur Teilnahme am Deutschlandfinale der First Lego League in Leipzig qualifizierten. Hier begann der Siegeszug des Hopstener-Teams, der sie über das Zentraleuropa-Finale in Norwegen bis hin zur Weltmeisterschaft in den USA führte. zdi war dabei immer als Sponsor an der Seite des Teams, das NRW vor der Welt vertritt.

Reiner Scholz nimmt letzte Änderungen am Präsentationsaufbau für den Durchlauf des Robotersvor.
Reiner Scholz nimmt letzte Änderungen am Präsentationsaufbau vor.

Nach der Qualifikation bereiteten die „Alleskönner?!“ ihre Präsentation zum Thema Erneuerbare Energie vor. Speziell wollten sie die Energiegewinnung durch Biogasanlagen darstellen. Im April 2008 war es dann soweit: Das Team saß im Flieger nach Atlanta. An dem dreitägigen Wettbewerb maßen sich 81 Teams aus 24 Ländern in den Disziplinen Teamwork, Präsentation und Roboter-Performance miteinander. Wie so oft bei Wettbewerben lief auch bei der Weltmeisterschaft natürlich nicht alles glatt: „Leider kannten die Juroren in Atlanta keine Biogasanlagen, wie wir sie in Deutschland haben, und konnten deshalb unsere Präsentation nicht wirklich verstehen“, erzählt Reiner Scholz. Doch weder dieser Kommunikationsfehler noch der unebene Wettbewerbstisch, der es Roboter Bruno schwer machte, die Ölfässer sicher in die Base zurückzubringen, änderten etwas am Ergebnis. Bruno holt für die Alleskönner?! die Höchstpunktzahl von 400 und damit zwar nicht den Gesamtsieg, aber den ersten Platz für ihr Roboterdesign, den „Quality Design Award“.

Die "Alleskönner?!" mit ihrem Lego-Pokal
Die „Alleskönner?!“ mit ihrem Lego-Pokal.

Die Euphorie über den Sieg ist Herr Scholz auch zwölf Jahre später noch gut im Gedächtnis geblieben: „An den Moment, als wir auf dem Podium standen und den Pokal und unsere Medaillen überreicht bekommen haben, kann ich mich bis heute noch lebhaft erinnern. Viele von uns waren damals zum ersten Mal so weit von Zuhause weg und sehr nervös. Dass wir trotz der Aufregung so gut abgeschnitten hatten, war echt ein schöner Augenblick für uns acht.“

Obwohl er kurz nach dem Sieg in Atlanta die Roboter AG verließ, um sich auf die Schule zu konzentrieren, blieb Reiner Scholz seiner Begeisterung für den MINT-Bereich treu. Nach seinem Realschulabschluss machte er seine Ausbildung zum Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik. Heute ist er 28 und arbeitet in einem Unternehmen, das Verpackungsmaschinen herstellt. Er ist sich sicher: „Ohne die Roboter AG und den zdi-Roboterwettbewerb hätte ich mich wahrscheinlich nie so früh praktisch mit MINT auseinandergesetzt.“

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