15 Jahre zdi | 2006: zdi-Roboterwettbewerb für Schüler:innen in NRW

Seit 14 Jahren gibt es den zdi-Roboterwettbewerb. Mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche aus NRW nehmen jährlich daran teil. Er ist damit einer der größten landesweiten Lego-Roboterwettbewerbe in Europa und eignet sich besonders für den Einstieg in die Robotik. Wir erklären, warum der zdi-Roboterwettbewerb so erfolgreich ist.

Informatik spielerisch erleben

„Es ist ganz leicht, einen Roboter zu bauen“ sagt Jan. Zum ersten Mal hat Jan im Kindergarten mit Lego gespielt. „Damals habe ich Raumschiffe gebaut.“ Mittlerweile ist Jan 16 Jahre alt und nimmt an der Roboter-AG an seiner Schule teil. Die Faszination für Robotik teilt Jan mit vielen anderen jungen Menschen, egal ob Mädchen oder Jungen. Zum Glück! Denn die IT-Branche und alle Branchen, die IT einsetzen, suchen dringend Fachkräfte.

Aber wie können wir noch mehr junge Menschen für Informatik begeistern? Inzwischen gibt es viele pädagogische Robotik-Bausets, wie zum Beispiel Lego Education, Calliope oder Ozobot. Das Arbeiten mit den Bausätzen ermöglicht Kindern das Experimentieren und Ausprobieren. Besonders positiv dabei ist, dass das Verständnis für die Programmierung von Robotern spielerisch erlernt wird. Den naturwissenschaftlichen Schulfächern, die von vielen Schüler:innen als zu abstrakt und trocken empfunden werden, wird hier Leben eingehaucht.

Auch die Gemeinschaftsinitiative zdi erkannte das Potenzial von Robotik, um MINT-Nachwuchs in NRW zu fördern. Um landesweit Aufmerksamkeit zu wecken, entwickelte das zdi-Team einen Wettbewerb. Ziel war und ist es, einen spielerischen Zugang zur Informatik sowie anderen MINT-Berufen und Studiengängen zu schaffen. Am 15. Mai 2006 war es dann so weit. Der Startschuss für den ersten zdi-Roboterwettbewerb in Nordrhein-Westfalen war gefallen.

zdi-Roboterwettbewerb – Eine Erfolgsgeschichte

40 Teams aus ganz NRW traten beim ersten zdi-Roboterwettbewerb an. Die Resonanz war so gut, dass im Folgejahr 80 Teams an den Start gingen. Und der Wettbewerb entwickelte sich weiter. Schon nach dem zweiten Wettbewerbsjahr wurden Stimmen laut, eine Kategorie für reine Mädchenteams zu entwerfen. Seitdem treten die Teams in zwei Kategorien an: Robot-Game und Robot Performance. Beim Game müssen die Teams festgelegte Aufgaben in einer bestimmten Zeit absolvieren. Die Performance-Teams gestalten einen Auftritt mit ihrem Roboter und präsentieren ihre Arbeit vor einer Jury. Außerdem müssen diese Teams zu zwei Dritteln aus Mädchen bestehen.
Der Wettbewerb hat sich in den vergangenen Jahren zu einem etablierten Format mit einem großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad bei Schulen in Nordrhein-Westfalen entwickelt.

Zahlen und Fakten

  • Bisher wurden 14 Wettbewerbe in Nordrhein-Westfalen organisiert.
  • Ca. 11.000 Schüler:innen (1272 Teams) haben am Wettbewerb teilgenommen. *
  • Die meisten Teams kommen von Gymnasien gefolgt von Real- und Gesamtschulen.
  • Seit 2016 sind auch Teams von Grundschulen am Wettbewerb zugelassen.
  • Der Mädchenanteil liegt im Durchschnitt bei 35 Prozent.

*2006 – 2017

Und wie kam der zdi-Roboterwettbewerb bei Jan an? Natürlich sehr gut. Und der Wettbewerb hat sogar noch seine sein Interesse für andere Angebote von zdi geweckt.

Engagement der Schulen und zdi-Netzwerke

Ohne das Engagement der Coaches und der zdi-Koordinator:innen wäre der Erfolg des zdi-Roboterwettbewerbs nicht denkbar. Die Coaches (dies sind meist Lehrkräfte, aber auch ältere Schüler:innen) organisieren die Teams an den Schulen und unterstützen sie in der Vorbereitungs- und Wettbewerbsphase. Dabei hat der Wettbewerb dazu geführt, dass sich an vielen Schulen Roboter-AGs formiert haben. Nach anfänglichen Finanzierungsproblemen gelang es vielen Schulen mithilfe von Sponsoren oder Fördervereinen, geeignete Räume oder auch das notwendige Equipment für die AGs zu organisieren. Nun nutzen sie die Robotik AGs gezielt, um die Schüler*innen auf den Wettbewerb vorzubereiten. Margret Kathrein, Lehrerin am Gymnasium in Hückelhoven, erinnert sich: „Der zdi-Roboterwettbewerb ist uns in sehr guter Erinnerung und hat deutliche Spuren an unserer Schule hinterlassen. Unsere Hausmeister wurden von unserem Eifer angesteckt und haben uns geholfen, einen Abstellraum instand zu setzen. So entstand ein kleiner Technikraum, wo ich regelmäßig nachmittags mit den roboterbegeisterten Schüler:innen arbeiten konnte.“ 

Auch die zdi-Koordinator:innen spielen bei der Abwicklung des Wettbewerbs eine wichtige Rolle. Sie organisieren Räumlichkeiten, bewerben den Wettbewerb bei Schulen, informieren die lokale Presse und sind Ansprechpartner am Veranstaltungsort. Seit 2018 organisieren einige zdi-Netzwerke auch eigene Lokalausscheidungen des Roboterwettbewerbs. Und sogar Unternehmen engagieren sich. Ihre Sponsorengelder ermöglichen Teams den Druck eines Wettkampfshirts oder die Anschaffung technische Kleinteile.

Der organisatorische Aufwand eines Wettbewerbs, pro Wettkampftag sind etwa 100 Schüler:innen anwesend, ist groß. Auch die Arbeiten vorab, wie Anmeldungen verwalten, Standorte planen und einrichten usw. sind wichtig, um einen sauberen Ablauf am Wettkampftag zu gewährleisten. Dass hier alle Player so gut kommunizieren, trägt im Wesentlichen zum Erfolg des Wettbewerbs bei.

Was ist der zdi-Roboterwettbewerb?

In Teams konstruieren und programmieren Schüler:innen einen Lego-Mindstorms-Roboter und nehmen an landesweit organisierten Wettbewerbsterminen in Nordrhein-Westfalen teil. Dabei müssen die Teams innerhalb von wenigen Wochen ihren Roboter auf den Wettbewerb vorbereiten. Die Teams bestehen aus max. 10 Mitgliedern im Alter bis 16 Jahren.  Ziel des Wettbewerbs ist es, für die Teilnehmenden einen niederschwelligen und spielerischen Zugang zur Informatik  sowie anderen MINT-Berufen und Studiengängen zu schaffen. Dabei haben die jährlich wechselnden Aufgabenstellungen immer einen Bezug zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Der Roboterwettbewerb kommt bei den Schüler:innen gut an

Ist die Begeisterung einmal geweckt, können viele Schüler:innen nicht mehr von der Robotik lassen. Es gibt viele Schulen, die jährlich mit den gleichen oder neuen Teams beim zdi-Roboterwettbewerb antreten. Und bei einigen Teams ist die Begeisterung so groß, dass sie sich auch an anderen Robotik-Wettbewerben beteiligen, sogar international. Das Team „Schollibotics“ aus Lünen gewann beim World Robot Olympiad (WRO) in Katar Bronze.  Und ein paar Jahre später gewinnt das gleiche Team im thailändischen Chiang Mai die Silbermedaille. Ein anderes Erfolgsteam ist das Roboter-AG SisterBots der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen. Die Mädchen haben beim Weltfinale der (WRO) in Costa Rica die Silbermedaille gewonnen.

Auch die Pokale kommen bei den Teams gut an

Ein Schüler der ersten Stunde ist Markus Fleige. Zusammen mit seinen Teamkollegen vom Walburgisgymnasium in Menden gehörte er zu den Siegern des ersten zdi-Roboterwettbewerbs. Das Walburgisgymnasium war bei fast allen Wettbewerben unter dem Teamnamen „Attraktiv & Preiswert“ vertreten. Und Markus Feige organisiert seit 2012 als selbständiger Unternehmer die World Robot Olympiad (WRO), einen internationalen Roboterwettbewerb. Zudem berät sein Verein Technik begeistert e.V. das zdi-Team seit einigen Jahren bei der Konzeption des Wettbewerbs.

Auch Jan bleibt zdi treu und nutzt das zdi-Angebot in seiner Region. „Ich war eine Woche lang an der Universität in Dortmund und habe ein PC-Spiel programmiert“, erzählt er. „Die Kurse von zdi machen mir viel Spaß. Ich mache das in meiner Freizeit und bekomme keine Noten. Das ist gut. Es ist auch schön, mit Freunden an solchen Projekten zu arbeiten.“ Später möchte Jan vielleicht Mathematik studieren.

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